22.11.2013 11:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Grüne wollen Fracking im Kanton Bern vorsorglich verbieten
Im Kanton Bern soll die Förderung von Erdgas mit der umstrittenen Fracking-Methode vorsorglich verboten werden. Das ist das Ziel einer am Freitag präsentierten Initiative der bernischen Grünen, die von Pro Natura und von der EVP unterstützt wird.

Fracking habe eine gefährliche Preisspirale in Gang gesetzt,  vergifte Boden und Wasser, untergrabe die Energiewende, belaste das  Klima und produziere gefährliche Abfälle, sagte die  Grünen-Geschäftsführerin Regula Tschanz vor den Medien.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien  in tief liegendes Schiefergestein gepresst. So kann Gas gewonnen  werden, das vorher unzugänglich war.

In den USA habe Fracking einen regelrechten Förderboom  ausgelöst, rief Tschanz in Erinnerung. Doch die verheerenden Folgen  von Fracking seien dort schon heute sichtbar. Die Initiative solle  verhindern, dass es im Kanton Bern jemals zur Förderung von  Schiefergas komme.

Eigentlich möchte die Grüne Partei Schweiz ein nationales  Verbot. Doch der Bund hat dafür keine Rechtsgrundlage: Der Abbau  von Bodenschätzen ist Sache der Kantone. Dementsprechend bemühen  sich Grüne und Umweltschützer um kantonale Verbote, wie die Berner  Nationalrätin Aline Trede sagte.

So erwägen die Neuenburger Grünen eine Initiative, um ein  Projekt für Probebohrungen in Noiraigue zu verhindern. Die Genfer  Grünen brachten eine Motion gegen Fracking durch. In der Waadt  besteht ein Moratorium der unkonventionellen Förderung von fossilen  Energien. In der Bodensee-Region kämpfen St. Galler Grüne laut  Trede zusammen mit Deutschen und Österreichern gegen  Fracking-Pläne.

Fracking sei nicht nur gefährlich und umweltschädlich, sagte  Trede. Die Methode gefährde auch die Energiewende. «Wir sollten  keine weiteren Investitionen in endliche Ressourcen stecken,  sondern den erneuerbaren Weg konsequent einschlagen.»

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