19.12.2014 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
GVO
GVO-Entscheid: SBV enttäuscht
Künftig soll es weiterhin nicht erlaubt sein, den teilweisen Verzicht auf Gentechnik zu deklarieren. Der Schweizer Bauernverband hat sich in den vergangenen Jahren intensiv um mehr Transparenz eingesetzt. Der Entscheid des Bundes enttäuscht den Verband sehr.

Mit dem Hinweis «Produktion ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen» hätten Produkte wie Fleisch, Eier oder Milch angepriesen werden können, auch wenn die Tiere Futtermittelzusätze - Vitamine, Enzyme oder Aminosäuren - aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen erhalten hätten.

Teilverzicht schwer überprüfbar

Doch von dieser Idee wollte das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) nach einer Anhörung nichts mehr wissen. Die Argumente von Verarbeitern und Detailhandel verfingen bei den Behörden besser als jene der Bauern. Auch bei den Futtermittelherstellern vermochte der Bauernverband nicht viele Supporter zu gewinnen.

In der Anhörung wurde kritisiert, dass der Teilverzicht nur schwer überprüft werden könne und von den Konsumenten nicht verstanden würde. Das EDI befürchtet zudem, dass die Konsumenten getäuscht werden könnten. Das EDI hat deshalb entschieden, auf eine Änderung zu verzichten, wie es am Donnerstag mitteilte. Sein Vorschlag war auf (zu) grosse Skepsis gestossen.

Schweizer Bauern benachteiligt

Der Schweizer Bauerverband (SBV) ist deswegen natürlich schwer enttäuscht. „Die Konsumenten haben weiterhin keine Transparenz über die Verwendung von GV-Futter“, hält der SBV fest. Kein anderes Land setzt gemäss Verband so konsequent auf „Gentechfreiheit“ wie die Schweiz.

Die Schweizer Bauern garantierten, dass die in der Tierhaltung eingesetzten Futtermittel GVO-frei produziert würden. Dies verursacht bei den Bauern jährliche Mehrkosten von 35 Millionen Franken. Diesen Mehrwert möchten sie auf der Verpackung auszeichnen. Stossend ist für den Verband, dass beispielsweise in Deutschland solche Produkte mit dem Zusatz „Ohne Gentechnik“ ausgelobt werden dürfen. Die Schweizer Bauern würden so auf dem Markt benachteiligt.

Fehlende Entscheidungsgrundlage

„Der Bund hat nun leider entschieden, dass dies weiterhin nicht erlaubt ist“, so der SBV. So werde verhindert, dass bei tierischen Lebensmitteln Transparenz über die Verwendung der Gentechnologie herrsche. Der grösste Teil der importierten tierischen Produkte dürften gemäss SBV mit Hilfe von gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt worden sein.

Da der Verzicht noch die Verwendung ausgelobt werden darf/muss, fehle den Konsumenten eine Entscheidungsgrundlage. „Diese müssen wissen, dass Schweizer Lebensmittel ohne Gentechnologie und importierte tierische Lebensmittel mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Gentechnologie erzeugt wurden“, betont der Bauernverband.

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