30.01.2014 11:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Halalfleisch: Bundesrat sieht bei Import keine Probleme
Der Bundesrat lehnt eine Deklarationspflicht für importiertes Halalfleisch weiterhin ab. Er sieht auch keine Notwendigkeit, das Versteigerungsverfahren für Fleisch von rituell geschlachteten Tieren zu ändern, wie er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss schreibt.

Der Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet möchte den Bundesrat beauftragen, für Halalfleisch von betäubungslos geschlachteten Tieren eine Deklarationspflicht einzuführen und einen Mindestpreis für die entsprechenden Zollkontingente einzuführen.

Aus seiner Sicht kann Halalfleisch heute vergleichsweise günstig importiert werden, weil nur wenige Importeure an der Versteigerung der Kontingente für dieses Fleisch teilnehmen. Mangels Deklarationspflicht sei es in der Praxis dann einfach, Halalfleisch auch ausserhalb der muslimischen Gemeinschaft zu verkaufen. Dies benachteilige andere Fleischbetriebe.

Der Bundesrat widerspricht. Nach seinen Angaben reicht die Menge des importierten Halalfleisches nicht einmal aus, um den Konsum der muslimischen Gläubigen zu decken. Die geltende Zollkontingentsmenge von total 525 Tonnen ergebe pro in der Schweiz lebenden muslimischen Gläubigen und Jahr rund 1,3 Kilogramm Halalfleisch von Rindern und Schafen. Der durchschnittliche Konsum an Rinds- und Schaffleisch betrage aber rund 15 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Der Bundesrat hatte sich bereits in Antworten auf andere Vorstösse gegen neue Regeln für Fleisch von Tieren ausgesprochen, die nach jüdischem oder islamischem Ritus geschlachtet wurden. Er verwies dabei jeweils auch auf die Glaubensfreiheit.

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