14.12.2016 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Nationalrat
Hormonfleisch: NR will kein Importverbot
Der Nationalrat will den Import von Hormonfleisch nicht verbieten. Er hat am Mittwoch eine entsprechende Motion von Adèle Thorens (Grüne/VD) mit 83 zu 97 Stimmen abgelehnt.

Nutztieren Hormone zu verabreichen, ist in der Schweiz seit Jahrzehnten verboten. Thorens forderte mit ihrem Vorstoss, dass das Hormonverbot auch für importiertes Fleisch gilt. Im Jahr 2013 seien 1178 Tonnen hormonbehandeltes Rindfleisch in die Schweiz eingeführt worden, schrieb sie in ihrem Vorstoss.

Namentlich in den USA, Australien oder Kanada sei es gängige Praxis, Rindern Hormone zu verabreichen. Der Konsum von Hormonfleisch sei jedoch nicht harmlos. Thorens verwies auf das Importverbot in der EU. Dieses zeige, dass der Schritt möglich sei. Der Bundesrat gab in seiner Antwort zu bedenken, dass die Welthandelsorganisation (WTO) das Importverbot der EU als nicht zulässig beurteilt habe. Die USA und Kanada seien befugt, Strafzölle zu erheben. Die Parteien hätten sich dann stattdessen auf ein zusätzliches Zollfreikontingent geeinigt.

Würde die Schweiz ein Importverbot erlassen, drohten ihr Strafzölle in Höhe von mindestens 30 Millionen Franken oder Zollfreikontingente für Rindfleisch in Höhe von rund 9000 Tonnen mit Zollausfällen von 75 Millionen Franken jährlich. Die zusätzlich eingeführten Edelstücke würden den inländischen Schlachtviehpreis für Rinder massiv unter Druck setzen, warnte der Bundesrat.

Das Wichtigste sei, dass der Konsument Bescheid wisse, sagte Bundesrat Alain Berset im Nationalrat. Dafür müsse die Information, ob es sich um Hormonfleisch handle, auf dem Produkt klar ersichtlich sein. Mit der neuen Lebensmittelgesetzgebung soll die Deklaration verbessert werden, stellte Berset in Aussicht.

So stimmten die bäuerlichen Vertreter:

Für ein Verbot: Christine Bulliard-Marbach (CVP/FR), Leo Müller (CVP/LU), Markus Ritter (CVP/SG), Jacques Bourgeois (FDP/FR), Andreas Aebi (SVP/BE), Marcel Dettling (SVP/SZ), Jean-Pierre Grin (SVP/VD), Markus Hausammann (SVP/TG), Jacques Nicolet (SVP/VD), Pierre-André Page (SVP/FR), Erich von Siebenthal (SVP/BE), Maya Graf (GB/BL)

Gegen ein Verbot: Walter Müller (FDP/SG), Bruno Pezzatti (FDP/ZG), Duri Campell (BDP/GR), Nadja Pieren (SVP/BE), Albert Rösti (SVP/BE), Werner Salzmann (SVP/BE), Hansjörg Walter (SVP/TG)

Enthalten: Toni Brunner (SVP/SG), Alice Glauser (SVP/VD), Hansjörg Knecht (SVP/AG)

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