25.10.2018 14:52
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Hornkuh
Hornkuh-Initiative spaltet Bauern
Einige sagen Ja, andere Nein: Die landwirtschaftlichen Organisationen sind gespalten in der Frage, ob der Bund Hornkühe fördern soll.

Ein offizielles Gegenkomitee gibt es noch immer nicht, doch nun regt sich Widerstand gegen die Hornkuh-Initiative – aus den Reihen der Landwirtschaft. Nächsten Mittwoch laden einige landwirtschaftliche Organisationen – darunter die Dachorganisation der Westschweizer Bauernverbände (Agora), Mutterkuh Schweiz und der Bäuerinnen- und Landfrauenverband – zu einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bern. Sie alle lehnen die Hornkuh-Initiative ab. 

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband betont, dass horntragende Kühe ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Menschen, aber auch für die Tiere selber darstellten. Die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern sei höher zu werten als eine "willkürlich interpretierte Tierliebe", heisst es in einer Mitteilung. Und weiter: "Es gibt keine Studie, welche zeigt, dass das Wohlergehen von Kühen und Ziegen ohne Hörner in der gemässigten Klimazone unverhältnismässig beeinträchtigt würde." 

Auch der Bauernverband Obwalden empfiehlt die Initiative zur Ablehnung. Man habe zwar nichts gegen Hörner und auch nichts gegen finanzielle Beiträge, die in die Landwirtschaft fliessen, heisst es im Bauernblatt Obwalden, Nidwalden, Uri. Es sei aber fragwürdig, ob ein solcher Auftrag in die Verfassung gehöre. Der Obwaldner Bauernverband betont, dass – falls die Initiative angenommen würde – keine zusätzlichen Gelder in die Landwirtschaft fliessen würden, sondern lediglich Mittel im Landwirtschaftsbudget umgelagert würden. "Somit entsteht für die Landwirtschaft eine Nullrunde, ja vielleicht sogar ein Verlustgeschäft." 

Einen Monat vor der Abstimmung zeigt sich: Die Hornkuh-Initiative spaltet die Landwirtschaft. Unterstützt wird sie von Organisationen wie Bio Suisse, Demeter oder der Kleinbauern-Vereinigung. Der Schweizer Bauernverband hat Stimmfreigabe beschlossen.

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