4.07.2018 16:26
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Initiative
Hornkuh: Showdown am 25. November
Am 25. November wird das Stimmvolk über drei Vorlagen befinden. Es sind dies die Selbstbestimmungs- und die Hornkuhinitiative sowie das Referendum gegen die sogenannten Sozialdetektive.

Mit der Hornkuh-Initiative soll erreicht werden, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke finanziell gefördert werden. Ein Verbot, die Tiere zu enthornen, sieht das Begehren aber nicht vor. Hinter der Hornkuh-Initiative steht eine Interessengemeinschaft um den Bergbauern Armin Capaul.

 

Armin Capaul verlangt mit seiner Initiative Unterstützung vom Bund. Dem Bergbauer aus dem Berner Jura schwebt ein Richtwert von rund einem Franken pro Kuh und Tag vor (365 Fr. im Jahr). Bei den Ziegen möchte er einen Beitrag von 20 Rappen pro Tag (73 Franken pro Jahr). Mehrkosten entstünden nicht, betonte Capaul. Man müsse das Geld im Landwirtschaftsbudget einfach anders verteilen, sagte er 2016 gegenüber schweizerbauer.ch.

Mit seiner Initiative schafft sich der Bergbauer aus Perrefitte BE in der Landwirtschaft nicht nur Freunde. Es dürfte zu einer Spaltung kommen. Die meisten Bauern lehnen die Initiative ab. Bei den Mitgliedern der IG Anbindestall stösst das Begehren indes auf Unterstützung. Für die meisten Bauern aber, welche ihre Kühe in Laufställen halten, ist es schlicht undenkbar, die Kühe nicht zu enthornen.

Die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier sei zu gross, argumentieren sie. Im Januar 2018 haben sich bei einer nicht repräsentativen Umfrage 76 Prozent der Abstimmenden auf schweizerbauer.ch für das Enthornen ausgesprochen, auch wenn es für Hornkühe einen Beitrag geben würde.

Die Hornkuh-Initiative wurde im März 2016 mit fast 120'000 gültigen Unterschriften eingereicht. Hinter der Initiative steht eine Interessengemeinschaft um den Bergbauern Armin Capaul. Die Unterschriften stammten hauptsächlich aus der Romandie und urbanen Gebieten.

 

Der Initiativtext

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 104 Abs. 3 Bst. b

3. Er (der Bund) richtet die Massnahmen so aus, dass die Landwirtschaft ihre multifunktionalen Aufgaben erfüllt. Er hat insbesondere folgende Befugnisse und Aufgaben:

b. Er fördert mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produktionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind; dabei sorgt er insbesondere dafür, dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen.

 



Die Volksinitiative «Schweizer Recht statt fremde Richter (Selbstbestimmungsinitiative)» der SVP ist im September 2016 mit 116'428 gültigen Stimmen formell zustande gekommen. Sie verlangt, dass die Bundesverfassung über dem Völkerrecht steht, unter Vorbehalt von zwingenden Bestimmungen des Völkerrechts wie dem Verbot von Sklaverei und Völkermord. Die Initiative wurde vom Bundesrat verworfen und war im Parlament chancenlos.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE