12.07.2018 15:03
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Organisation
Freihandel: IGAS beschliesst Papier
An ihrer Mitgliederversammlung hat die Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz (IGAS) ein Papier zum Thema Marktöffnung verabschiedet.

Die IGAS bekräftigt im Positions-Papier, dass ein diskriminierungsfreier Marktzugang für die Schweiz von grösster Bedeutung sei, wie die Organisation mitteilt. Marktöffnungen seien jedoch weder Selbstzweck noch Dogma. Die Sorgen aus der Bevölkerung und aus binnenwirtschaftlich orientierten Branchen seien ernst zu nehmen. 

Fu¨r die Land- und Ernährungswirtschaft sei entscheidend, dass die Verhandlungs-Strategien einerseits ihre Export-Interessen und andererseits die Nachhaltigkeit als zentrales Anliegen besser als bis jetzt berücksichtigen würden, so die IGAS. Zudem sei die Agrarpolitik mit stärkerer Marktausrichtung, erweitertem unternehmerischem Spielraum, Förderung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu entwickeln. Auch soll die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette gestärkt werden. 

Als besonders wichtig erachtet die Organisation, dass konsequent, sachlich und transparent informiert wird und die betroffenen Kreise frühzeitig einbezogen werden.

IGAS

Die Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS ist gemäss eigenen Angaben eine breit abgestützte Plattform von Unternehmen und Organisationen, welche die Verhandlungen über ein Abkommen mit der EU im Agrar-, Lebensmittel- und Gesundheitsbereich befürworten. Sie will den politischen Prozess aktiv begleiten und mitgestalten.

Mitglieder der IGAS sind unter anderem Coop, Migros, Nestlé, Emmi, Elsa, MGB, Thur Milch Ring AG, Hiestand, Hug, IP-Suisse, Suisseporcs, Fromarte, Bio Suisse, Gastrosuisse, Swisscofel, Schweizer Fleisch-Fachverband, Mutterkuh Schweiz und die Stiftung für Konsumentenschutz.

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Forderungen der IGAS an die politischen Verantwortungsträger:
 
  • Auch offensive Exportinteressen der Land- und Ernährungswirtschaft in Aussenwirtschaftsstrategie und Verhandlungsziele gleichwertig integrieren.
  • Den heute bestehenden Zugang für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft zu ihren Exportmärkten weiterhin sichern.  
  • Der Nachhaltigkeit als zentralem Anliegen in Verhandlungen mit Handelspartnern effektive Achtung schaffen.
  • Agrarpolitik mit stärkerer Marktausrichtung, erweitertem unternehmerischem Spielraum, Förderung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit als Ziele weiterentwickeln. 
  • Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette stärken mit Fokus auf Alleinstellungsmerkmalen, Kostensenkungen, administrativen Entlastungen und gleich langen Spiessen wie die Mitbewerber. Dazu braucht es eine starke, unabhängige praxisorientierte Agrarforschung.
  • Nachhaltigkeitsziele der Agrarpolitik konsequent verfolgen und Resilienz der Betriebe stärken. Dabei sind Synergien zwischen Marktpositionierung und Nachhaltigkeit zu fördern. - Aussenwirtschafts-, Nachhaltigkeits- und Agrarpolitik enger miteinander koordinieren.
  • Anpassungen der internen Rahmenbedingungen und Begleitmassnahmen parallel zu den Verhandlungsprozessen vorbereiten, unter Einbezug der betroffenen Kreise.
  • Marktöffnungsprojekte und bestehende Abkommen umfassend evaluieren, um eine fundierte Grundlage für die gesellschaftliche Debatte zu bieten.
  • Von Marktöffnungsprojekten betroffene Kreise frühzeitig einbeziehen. Konsultation während und vor Abschluss von Verhandlungen deutlich verbessern.
  • Konsequent, sachlich und transparent kommunizieren. Unreflektierte Schönfärberei ist schädlich. Sorgen ernst nehmen, Antworten auf die relevanten Fragen liefern und Perspektiven aufzeigen
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