26.08.2020 15:53
Quelle: schweizerbauer.ch - czb
Wallis
Jagdgesetz: «Braucht keinen Plan B»
Im Oberwallis scheint die Ausgangslage für ein Ja zum Jagdgesetz komfortabel zu sein. Alle Oberwalliser National- und Ständeräte, viele Gemeindepräsidenten und die Oberwalliser Landwirte sowie Jäger sind sich einig, dass der Schutz von Flora und Fauna mit einem Ja sogar bessergestellt wird.

«Die Akzeptanz von Wölfen im Berggebiet wird sogar gestärkt», ist Klaus Walpen von Jagd Schweiz überzeugt. Wo Wölfe nicht ins Siedlungsgebiet kommen oder bewirtschaftete Alpen gefährden würden, hätten sie eine Existenzberechtigung. Regulieren könnten Kantone jedoch schon, bevor es grosse Schäden gebe.

Den Gegnern, die mit ihrem «Abschussgesetz» für ein Nein werben, werfen die Oberwalliser Politiker vor zu lügen und bewusst Unwahrheiten zu verbreiten. So sei es etwa falsch, dass der Abschuss von Luchsen, Bibern oder Enten mit dem neuen Gesetz erleichtert würde. Sie seien im Gegenteil sogar noch besser geschützt als mit dem Gesetz von 1986, da habe es in der Schweiz noch keine Wölfe gegeben.

«Unsere Argumente sind die richtigen und werden vom Volk verstanden», zeigt sich Georges Schnydrig, Co-Präsident des Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere und Präsident der Sektion Wallis, zuversichtlich, die Abstimmung auch schweizweit gewinnen zu können. Es sei wichtig, das vorgegebene Zeitfenster zu nutzen, um das Schweizer Volk von einem Ja zu überzeugen.

«Es braucht keinen Plan B», sagte er, «trotzdem ist es wichtig, die Abstimmung jetzt zu gewinnen, bevor sich das Problem bis in zwei bis drei Jahren von allein löst, weil Wolfsrudel dann auch im Mittelland für grosse Probleme sorgen.» Zumal bis dahin zahlreiche Alpen im Oberwallis bereits aufgegeben worden sein könnten. Darunter würden letztlich nicht nur die Landwirtschaft und die typischen Walliser Nutztierrassen leiden, sondern auch der Tourismus und die grösste Vielfalt an Flora und Fauna der Schweiz.


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