13.01.2020 16:52
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Jagd
«Jagdgesetz hilft Tier und Natur»
Das Referendum gegen das revidierte Jagdgesetz von Naturschützern ist zustande gekommen. Der Schweizer Bauernverband steht hinter der Revision. Diese schaffe klare Regeln für die Regulation geschützter Arten durch die Wildhüter der Kantone und erhöhe die Sicherheit für Tier, Natur und Mensch.

Am Montag gab die Bundeskanzlei bekannt, dass 65'000 beglaubigte Unterschriften für ein Referendum eingereicht wurden.

Diese Lockerung diene in einer Zeit von Biodiversitätsverlust und Artensterben einseitig Interessengruppen und schwäche den Schutz gefährdeter Tierarten statt ihn zu stärken, so das Referendumskomitee. Für die Gegner des Jagdgesetzes hat das Parlament ein «Wolfsabschussgesetz» beschlossen, das bald auch andere Tierarten als Wölfe oder Steinböcke betreffen könne. 

Widerstand unbegründet

JagdSchweiz, der Schweizerische Bauernverband (SBV) und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) sehen das nicht so. «Der Widerstand gegen das neue Jagdrecht ist aus unserer Sicht unbegründet», lässt Anton Merkle, Präsident von JagdSchweiz, am Montag in einem Communiqué zitieren.

Das über 40 Jahre alte Gesetz müsse angepasst werden. Die Bestände geschützter Arten, insbesondere bei Wolf, Biber oder Kormoranen hätten sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Dies habe zu immer mehr Konflikten mit Landwirtschaft und Fischerei geführt. 

Kompetenzen der Kantone erhöht

Das revidierte Gesetz ist aus der Sicht der oben genannten Organisationen fortschrittlich und stärkt den Natur- und Tierschutz. Sie nennen mehrere Gründe: Die fachgerechte Nachsuche auf verletzte Tiere wird neu zur Pflicht. Die überregionalen Wildtierkorridore werden im revidierten Gesetz festgeschrieben, was sowohl die Wanderbewegung von Wildtieren sicherer macht wie auch mögliche Schäden für Land- wie Forstbesitzer reduziert.

Mit der Revision würden zudem die Kompetenzen der Kantone erhöht. Dies regle den Umgang mit konfliktverursachenden Arten besser. «Die Kantone werden ihren Schutzgedanken auch in Zukunft verfolgen und wenn nötig jagdbaren Arten von der Jagd ausnehmen werden, wenn ihr Bestand als zu gering beurteilt wird», ist sich Merkle sicher. Die Bestände der Wildtiere würden im neuen Gesetz nicht gefährdet. «Ganz im Gegenteil: Natur- und Tierschutz werden darin gestärkt», heisst es in der Mitteilung weiter.

Schutz gelockert

Der Schutz der Wölfe und anderer Arten soll gemäss Parlamentsmehrheit in der Schweiz mit dem revidierten Jagdgesetz gelockert werden. Die Lockerung des Schutzes soll sogar stärker werden, als der Bundesrat vorgeschlagen hatte. 

Künftig sollen die Behörden die Bestandesregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Auch in Jagdbanngebieten - neu Wildtierschutzgebiete genannt - sollen Wölfe nicht sicher sein.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE