28.05.2020 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Wirtschaft
Käse-Exporte brechen im April ein
Der Monat April war schwierig für die Schweizer Käseexporteure. In der Summe sind 13,4% weniger Tonnen Käse exportiert worden als im Vorjahresmonat.

Der Monat März war noch gut gewesen. Beim Emmentaler AOP lief der Käseexport im März sogar sehr gut. Die Geschäftsstelle der Sortenorganisation hatte dies damit begründet, dass in Zeiten der Coronakrise in Italien vermehrt im Detailhandel (statt in der Gastronomie) eingekauft werde und der Emmentaler AOP dort quasi zur Grundversorgung gehöre. Der Emmentaler AOP hat infolgedessen für den Monat Mai die Produktionsfreigabe erhöht. 

Total minus 13,4 Prozent 

Der «Schweizer Bauer» berichtete dann vor einigen Tagen über drastische Produktionskürzungen beim Tête de Moine AOP, der auf grosse Schwierigkeiten im Exportgeschäft verwies. Jetzt sind die Exportzahlen für den Monat April veröffentlicht auf der Homepage der TSM Treuhand. Diese zeigen in der Summe für alle Käse für den Monat April ein Minus von 13,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Schaut man auf die ersten vier Monate des Jahres 2020, so sind es 0,8% mehr als in der Vorjahresperiode. Die guten Zahlen von Januar bis März sind durch den schlechten April also schon fast wieder zunichtgemacht worden. 

Im April fast alle Sorten im Minus 

Beim Emmentaler AOP betrug der Rückgang im April gegenüber dem Vorjahresmonat 9,5%. Über die ersten vier Monate ist er aber noch immer mit 1,4% im Plus. Der volumenmässig wichtigste Exportkäse ist der Gruyère AOP. Der April 2020 lag mit 16,2% unter dem Vorjahr, in der Summe der ersten vier Monate ist der Käse mit Heimat im Kanton Freiburg aber noch immer mit 7,6% im Plus.

Auch der Appenzeller als dritte grosse Exportsorte verlor im April 25% gegenüber dem Vorjahr und ist bereits auch über die ersten vier Monate mit 2,6% im Minus. Beim Tête de Moine AOP sind die April-Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat um ganze 65,7% eingebrochen, über die ersten vier Monate liegt er bei minus 0,5%. Auch Tilsiter, Raclette, Vacherin fribourgeois AOP, Sbrinz AOP erlitten Einbussen im April, ebenso das ganze Segment der «anderen Halbhartkäse mit über 45% Fett in der Trockenmasse» und die «anderen Halbhartkäse vollfett» mit jeweils minus 21,6% und minus 31,0%. 

Nur Grosslochkäse und Schmelzkäse im Aufwind 

Nur der Switzerland Swiss, ein Grosslochkäse, der günstiger positioniert ist als der Emmentaler AOP und industriell und aus Silomilch gefertigt wird, hat im Monat April um 50,8% zugelegt gegenüber dem Vorjahresmonat. Er ist auch über die ersten vier Monate hinweg gesehen mit 6,8% im Plus. Und auch der Schmelzkäse liegt im Plus, mit 37,2% für den April und 12,3% für die ersten vier Monate. Das sind aber nicht die Segmente, für die Switzerland Cheese Marketing (SCM) mit Bauern-, Käser- und Bundesgeld die Werbetrommel rührt im Ausland. 


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