17.11.2017 14:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Agrarpolitik
Käsehändler für Marktöffnung
Entgegen den Verbänden sehen die Käsehändler einer liberaleren Agrarpolitik zuversichtlich entgegen.

Die vor gut zwei Wochen vom Bundesrat vorgeschlagenen Pläne zur zukünftigen Ausrichtung der Schweizer Agrarpolitik ist von der Agrarbranche auf weiter Flur zerrissen worden. Allen voran vom Schweizer Bauernverband und deren Präsidenten Markus Ritter. Nach ersten und heftigen Reaktion, werden nun doch Stimmen laut, die die Haltung des SBV nicht verstehen bzw. die Pläne von Bundesrat Johann Schneider-Ammann positiv sehen.

Hans Aschwanden, der Präsident von Fromarte, der Schweizer Käsespezialisten, brach heute eine Lanze für die Gesamtschau des Bundesrates und damit für eine Grenzöffnung gegenüber dem Ausland. «Die sehr heftige und kategorisch ablehnende Reaktion des grössten Interessenvertreters der Landwirtschaft hat mich überrascht und verheisst nichts Gutes für die Weiterentwicklung der Landwirtschaftspolitik der Schweiz», erklärte Aschwanden in Bern an der jährlichen Delegiertenversammlung von Fromarte.

Nicht über Preis verkaufen
 

Für den Präsidenten und Käser ist klar, dass der Status Quo die Branche nicht weiterbringen werde. «Die Käsehersteller brauchen Marktzugänge im Ausland, und die bekommt man nur mit Gegenleistungen». Als Beispiel für die positive Wirkung einer gegenseitigen Marktöffnung führte Aschwanden den liberalisierten Käsemarkt mit der EU ins Feld. So seien trotz des ungünstigen Wechselkurses die Exporte gestiegen und seien im Schnitt 2 Fr. pro Kilo höher als die Importpreise.

«Natürlich sind auch die Importe gestiegen, dies aber vor allem in preissensiblen Bereichen, wo die Schweizer Herkunft keine Rolle spielt». Damit sei auch klar, dass man Schweizer Produkte nicht über den Preis verkaufen könne. Aschwanden unterstreicht in dem Zusammenhang die hohe Bedeutung der eingeschlagenen Differenzierungsstrategie der Branche, bemängelt aber, dass man sich diesbezüglich im Stillstand befinde.

Direktzahlungen für Arbeit nicht Fläche

Fromarte-Direktor Jacques Gygax formulierte ferner gewisse mit der ganzen Branche definierten Forderungen, welche mit einer Marktöffnung einhergehen müssten. «Wir wollen kommende Marktöffnungen proaktiv angehen», so Gygax.

So sollen beispielsweise die Direktzahlungen mehr nach Arbeit und weniger nach Fläche ausgerichtet werden. Auch eine Förderung der einheimischen Raufutterproduktion sei wünschenswert. Aber auch bessere Rahmenbedingungen für den Export sollen geschaffen werden. 


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