9.01.2013 10:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Energie
Kanton Luzern will keine Solaranlage auf der grünen Wiese
Solaranlagen sollen auf bestehenden Bauten und nicht auf der grünen Wiese realisiert werden. Der Kanton Luzern spricht sich deshalb im Vorprüfungsverfahren gegen das Projekt der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) für eine grosse Solaranlage in Inwil aus.

Die CKW wollen bei Inwil das grösste Solarkraftwerk der Schweiz bauen. Für die Freiflächenphotovoltaikanlage, die Strom für 2200 Haushalte produzieren soll, wird ein Areal von 20 Fussballfeldern benötigt. Die CKW besitzen das Grundstück bereits; sie hatten es in den siebziger Jahren gekauft, um dort ein Atomkraftwerk zu bauen.

Entpspricht nicht kantonalem Richtplan

Damit die Anlage realisiert werden kann, muss die Gemeinde Inwil den Zonenplan für das Gebiet Schweissmatt ändern. Doch dasLuzerner  Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement teilte am Mittwoch mit, es empfehle Inwil, das Vorhaben nicht weiter zu bearbeiten, denn es würde eine allfällige Zonenplanrevision nicht genehmigen.

Das Departement begründet dies damit, dass das Projekt nicht den Vorgaben des kantonalen Richtplanes entspreche. Dieser sieht für die Schweissmatt Betriebe mit vielen hochqualifizierten Arbeitsplätzen, mit einer hohen Wertschöpfung oder einem grossen Flächenbedarf vor.

Zu wenig Strom

Diesen Kriterien genügt die geplante Photovoltaikanlage nach Ansicht des Departements nicht. Es führt dabei namentlich die gemessen am Landverbrauch geringe Stromproduktion an.

Zudem sollten für Solaranlagen in erster Priorität Flächen auf bestehenden Bauten genutzt werden, schreibt das Departement. Es sei nicht ersichtlich, wieso in diesem Fall eine Ausnahme gemacht und eine Freiflächenanlage bewilligt werden solle. Das Departement spricht sich ferner auch gegen ein bloss temporäres Solarkraftwerk zu Forschungszwecken aus.

CKW enttäuscht

Der Leiter Neue Energien der CKW, Peter Suter, Leiter Neue Energien, bedauert den negativen Entscheid des Kantons. Mit diesem Projekt hätte eine Chance bestanden, in der Region verhältnismässig günstigen Solarstrom zu produzieren und den mit zwei Prozent sehr tiefen Selbstversorgungsgrad mit Sonnenstrom des Kantons Luzern zu erhöhen. „Mit dem einmaligen Solarkraftprojekt könnten wir die Energiewende proaktiv mitgestalten und wichtige Erkenntnisse für den künftigen Aus- und Umbau des Verteilnetzes gewinnen. Deshalb empfinden wir den Vorentscheid als verunsichernd und als Rückschlag für die Energiewende im Kanton Luzern“, hält Suter fest.

Die Begründungen des BUWD werden nun im Detail geprüft. Zudem sollen Gespräche mit der Standortgemeinde Inwil zum weiteren Vorgehen folgen.

Die CKW hält trotz dieses negativen Vorentscheides an ihre sieben geplanten Wind-, Wasser- und Solarkraft-Projekten im Kanton Luzern fest und will diese mit höchster Priorität vorantreiben.

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