30.05.2014 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sal/sam
Sömmerung
Kantone zahlen für Alptiere
Die Alpsaison steht vor der Türe. Seit Jahren werden immer weniger Tiere gesömmert. Auch letztes Jahr sank die Anzahl Normalstösse weiter. Im Kampf gegen die Verbuschung greifen einige Kantone in die Tasche.

Von 2000 bis 2013 sank die Zahl der «Normalstösse» auf den Alpen von 308'800 auf 280'200, wie neuste Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zeigen. Das hat auch Auswirkungen für die Landschaft in den Berggebieten. Laut dem Forschungsprojekt Alpfutur verwalden, verbuschen und verganden jährlich 2400 Hektaren Alpweiden.

Geld für ausserkantonale Tiere

Der Kanton Wallis zahlt deshalb seit letztem Jahr einen Beitrag für Rindvieh, das von ausserhalb des Kantons zur Sömmerung in den Kanton Wallis kommt. «Maximal 50 Franken pro Grossvieheinheit (GVE) geht dafür an den Sömmerungsbetrieb. Letztes Jahr profitierten 6'000 Tiere davon (4'000 GVE)», sagt Jean-Jacques Zufferey, Chef des Amts für Viehwirtschaft des Kantons Wallis. «Grundsätzlich ist es so, dass wir im Kanton Wallis noch zweimal mehr ausserkantonale Tiere empfangen könnten», fügt er an. Die Alpbetriebe seien aufgerufen, diesen Beitrag an den sömmernden Talbetrieb weiterzugeben.

Die AP 14–17 werde der Problematik der fehlenden Sömmerungstiere nicht Abhilfe bringen: «Es wird weniger Tiere geben und deshalb wohl auch weniger, die gesömmert werden.» Auf der anderen Seite kämen die 50 Franken für ausserkantonale Sömmerungen auf den Prüfstand, weil es für die Sömmerung in Zukunft mehr Direktzahlungen gebe.

Mit Ziegen gegen Verbuschung

Auch im Kanton Graubünden will man der Verbuschung Einhalt gebieten. Etwa mit Beiträgen für Ziegen, die auf verbuschten Alpweiden die Stauden abfressen. Diesen Sommer werden auf der Alp Horn bei Nufenen GR 40 Ziegen auf 8 Hektaren eingesetzt. Pro Hektare bezahlt der Kanton maximal 3000 Franken.

Weniger schlimm ist die Situation im Kanton Bern. Bei den Kühen sei die Situation sicher nicht dramatisch, beim Jungvieh hingegen bestehe ein langjähriger Trend zu sinkenden Sömmerungszahlen, sagt Martin Jutzeler, Regionalleiter Beratung am Inforama Berner Oberland. «Zuerst aufgegeben werden die schlechter erschlossenen Alpbetriebe. Die Berner Alpen sind aber im Allgemeinen recht gut erschlossen», erklärt er.

Trotzdem sei der Kampf gegen die Verbuschung auch hier eine Herausforderung. «Heute arbeiten weniger Leute auf Sömmerungsbetrieben, beziehungsweise sie bewirtschaften gleichzeitig noch die Talbetriebe.» Deshalb sei der für 2015 geplante Einsatz von Zivildienstleistenden auf Alpen sinnvoll.

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