21.07.2014 11:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zuwanderung
«Keine kluge Entscheidung der Schweiz»
Das Ja der Schweizer Stimmbevölkerung zur Masseneinwanderungsinitiative ist für Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz «keine kluge Entscheidung». Die Schweiz profitiere sehr stark von der Zusammenarbeit mit der EU, sagt Kurz im Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz».

Er verstehe allerdings die skeptischen Stimmen in der Schweiz im Zusammenhang mit der Zuwanderung. «Die gibt es auch in Österreich». Mit dem Ja zur Initiative müssten die Schweiz und die EU nun eine Lösung aushandeln. Österreich habe daran ein grosses Interesse, da viele Österreicher in der Schweiz lebten oder arbeiteten.

Schweiz muss sich entscheiden

Es sei legitim, dass ein Land selber über die Zuwanderung bestimmen wolle, anerkennt Kurz. «Aber genauso legitim ist es für die EU zu sagen, dass es keine Rosinenpickerei gibt. Man kann sich nicht die Vorteile ausbedingen und andere Punkte ablehnen. Ich habe für beide Seiten Verständnis.»

Die Schweiz müsse nun entscheiden, ob der bilaterale Weg langfristig eine Zukunft habe. «Wir jedenfalls sind froh, dass wir Mitglied der EU sind. Für Österreich war das der richtige Weg.» Ganz unabhängig, ob die Schweiz Mitglied der EU sei oder nicht, arbeite Österreich gerne mit ihr als Partnerin zusammen, sagte Kurz in dem am Montag veröffentlichten Interview weiter.

Lobende Worte hat der 27-jährige österreichische Aussenminister auch für seinen Schweizer Amtskollegen, Didier Burkhalter. «Ich schätze Burkhalter sehr, er ist ein beeindruckender Aussenminister.»

Kurz' erste Reise führte nach Kroatien

Burkhalter übe das Amt des Vorsitzenden der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit viel Engagement aus. «Deshalb ist es auch sehr entscheidend geworden.» Gerade in der Ukraine-Krise habe die OSZE den Lead in den Friedensverhandlungen, «dadurch ist Burkhalter in einer zentralen Rolle».

Seine erste Reise ins Ausland führte Kurz nach Kroatien. Er habe damit bewusst ein Zeichen Richtung Westbalkan und EU setzen wollen. Kroatien sei das jüngste EU-Land. «Mit meiner Reise wollte ich den übrigen Ländern im Westbalkan zeigen: Sie müssen eine europäische Perspektive haben.»
Ein Besuch in der Schweiz steht aber auch auf der Agenda von Aussenminister Kurz. «Sobald wie möglich. Hoffentlich in den nächsten Monaten.»

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