22.03.2019 08:50
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Tierschutz
Keine Tierqual-Produkte essen
Tierschützer wollen den Import tierquälerisch erzeugter Produkte verbieten. Handelt das Parlament nicht, kommt es zur Initiative.

Tierschützerin Katharina Büttiker setzt sich dafür ein, dass Produkte wie Gänsestopfleber, Pelz, Froschschenkel, Lebendrupfdaunen oder Reptilienleder nicht in die Schweiz eingeführt werden, schreibt "Der Bund" vergangenen Donnerstag. Laut Initiativtext sollen Einfuhrverbote für diejendigen Erzeugnisse festgelegt werden, die in der Schweiz unter Strafordung verboten sind. 

Bevor das Volksbegehern lanciert wird, will Büttiker den weniger aufwendigen Weg über das Parlament nehmen. SVP-Nationalrätin Barbara Keller-Inhelder stellt in ihrer Motion die indentischen Forderungen. Das ist bereits der zweite Anlauf ein solches Importverbot durchzusetzen. 2017 forderte SP-Nationalrat Matthias Aebischer dasselbe, scheitterte jedoch. Dem nationalrätlichen Entscheid ging ein Kulturstreit voraus. In der Romandie ist gestopfte Gänseleber eine Delikatesse. Auch die Uhrenindustrie wehrte sich. Sie fürchtete sich um ihre Armbänder aus Reptilienleder. Last but not least blieb die Frage um den Import von Koscherfleisch offen. 

Unterstützung im Nationalrat

Anders als im Jahr 2017 findet Keller-Inhelders Motion Anklang. 43 Nationalräte aus allen Fraktionen haben den parlamentarischen Vorstoss unterzeichnet. Ob es daran liegt, dass er von rechter Seite kommt, ist unklar. Möglicherweise liegt es an den Ausnahmen, die er vorsieht. Der Bundesrat könnte etwa jüdisches Koscher- und muslimisches Halalfleisch vom Verbot ausschliessen und so Diskussionen über die Religionsfreiheit verhindern. 

Nicht klar ist, ob das Verbot mit den Handelsverpflichungen der Schweiz vereinbar ist. Ebenfalls schwierig gestalte sich die Überprüfbarkeit. Ausländische Tierhaltungs-Standards entsprächen nicht denen der Schweiz. 

Für Büttiker ist klar: Wenn das Parlament der Motion nicht zustimme, werde die Initiative lanciert. Das Projekt wird unterstützt von der Alliance Animal Suisse, einem Verbund dreier Tierschutzorganisationen. Das Parlament wird die Motion voraussichtlich Mitte 2020 behandeln.

 

 

 

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