27.02.2020 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Waadt
Keine Waldrodung für Tramlinie
Nach jahrelangem juristischem Hickhack ist die geplante Tramlinie von Lausanne nach Renens in der Waadt einen grossen Schritt vorwärts gekommen. Dem Projekt hätte ursprünglich ein Waldstück geopfert werden sollen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand. Nun verzichten die Promotoren auf den Kahlschlag.

Die Waadtländer Regierung präsentierte am Mittwoch einen neuen Plan für die Tramstrecke. Wie diese genau aussehen wird, muss indes noch ausgearbeitet werden. Sicher ist jedoch: Die Strassenrampe von Vigie-Gonin wird aufgegeben. Dadurch entgeht der Flon-Wald einer Abholzung.

«Das ist ein historischer Moment», sagte die für den Verkehr zuständige Staatsrätin Nuria Gorrite (SP) in Anwesenheit aller am Projekt beteiligten Partner vor den Medien. Sie begrüsste das Inkrafttreten der Baugenehmigung für das Tram, nachdem das Bundesverwaltungsgericht zwei Einsprachen abgelehnt hatte.

«Kriegsbeil begraben»

Interessanterweise hatten die Bundesrichter das ursprünglich von der Regierung geplante Projekt genehmigt, bei dem der Wald abgeholzt worden wäre. Der Kanton will nun aber aus freien Stücken auf eine Umsetzung des Projekts in dieser Form verzichten.

Ein langjähriger Gegner der Strassenrampe von Vigie-Gonin und Kämpfer für die Rettung des Flon-Waldes ist der unabhängige Politiker Toto Morand. Der Unternehmer, der sich zusammen mit den Grünen gegen die Abholzung des Wäldchens aufgelehnt hatte, sicherte zu, gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts keinen Rekurs einzulegen.

«Die Verlierer haben ein wenig gewonnen und die Gewinner ein wenig verloren», resümierte der Stadtpräsident von Lausanne, Grégoire Junod (SP). «Das Kriegsbeil ist begraben.»

Baubeginn im Sommer

Die Bauarbeiten an der neuen Tramlinie könnten noch in diesem Sommer beginnen. Es wird erwartet, dass sie etwa viereinhalb Jahre dauern werden. Das Tram soll das Quartier Flon im Stadtzentrum von Lausanne mit dem Bahnhof Renens verbinden und damit die chronisch verstopften Busse auf dieser Linie entlasten.

2016 hiess der Grosse Rat einen Kredit von 287 Millionen Franken für das Bauvorhaben gut. Wegen der Abänderung des Projekts dürften die Kosten etwas tiefer ausfallen als ursprünglich geplant. Zahlen wollte der Staatsrat am Mittwoch keine nennen.

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