Dienstag, 3. August 2021
24.06.2020 11:27
Pflanzenschutz

Kleinbauern für Anti-Pestizid-Initiative

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Pflanzenschutzmittel werden in den kommenden Monaten im Parlament in Bern zu vielen Diskussionen führen. Positioniert haben sich auch die Kleinbauern. Sie haben beschlossen, die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» zu unterstützen. Sie fordern zudem einen «wirksamem» Absenkpfad.

Für die Kleinbauern-Vereinigung ist klar: die Landwirtschaft in der Schweiz und weltweit muss jetzt einen konsequent nachhaltigen Weg einschlagen. Denn nur so könne die Ernährung für die Zukunft sichergestellt werden, heisst es in einer Mitteilung von Mittwoch.

Widerstandskraft entscheidend

«Die Schäden, die durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Bereich der Umwelt und Biodiversität angerichtet werden, gefährden die Resilienz der Schweizer Landwirtschaft und unsere natürlichen Ressourcen, insbesondere das Trinkwasser», schreiben die Kleinbauern. Die Widerstandskraft der Landwirtschaft wird im Hinblick auf den Klimawandel für die Vereinigung aber entscheidend sein. 

Die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» nimmt aus der Sicht der Kleinbauern alle Akteure in die Pflicht. Neben den Schweizer Bauern, auch Gartenbesitzer, die öffentliche Hand, Unternehmen wie die SBB und auch ausländische Produzenten von Importgütern.

Ständerat wird Anfang Juli beraten

Zudem fordern die Kleinbauern den Ständerat auf, «einen ambitionierten Weg mit konsequentem Absenkpfad einzuschlagen.» Auch Forschung und Konsumenten müssten in die Pflicht genommen werden. Gefordert sei aber vor allem die Forschung. «Für eine erfolgreiche Umsetzung der pestizidfreien Bewirtschaftung ist vor allem die Förderung einer angepasster Agrarforschung und der ökologischen Pflanzenzucht entscheidend», heisst es in der Mitteilung weiter.

Anfang Juli tagt die Kommission des Ständerats (WAK-S) zu den beiden Pflanzenschutzinitiativen und der eigenen parlamentarischen Initiative zur Reduktion des Pestizideinsatzes.

Auch Import verboten

Die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» will synthetische Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verbieten.

Verboten werden soll auch die Einfuhr von Lebensmitteln, die synthetische Pflanzenschutzmittel enthalten oder mit Hilfe solcher Substanzen hergestellt worden sind. Die Initiative müsste innerhalb von zehn Jahren auf Gesetzesebene umgesetzt werden. Für die Initianten ist es bereits heute «absolut möglich», die Versorgung der Schweizer Bevölkerung durch die einheimische Produktion und den Import von Nahrungsmitteln ohne synthetische Pflanzenschutzmittel sicherzustellen.

Ständerat will Pflanzenschutzmittel-Einsatz halbieren

Ein im Februar von der Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK) in die Vernehmlassung geschickter Gesetzesentwurf sieht vor, dass Risiken, die mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Oberflächengewässer, naturnahe Lebensräume und als Trinkwasser genutztes Grundwasser verbunden sind, bis 2027 um 50 Prozent reduziert werden müssen. Dies gegenüber dem Mittel der Jahre 2012 bis 2015.

Senken will die Kommission zudem die Risiken, die mit dem Einsatz von Biozidprodukten verbunden sind. Die Regelung schliesst somit neben dem Pestizideinsatz der Landwirtschaft auch jenen der öffentlichen Hand und Privater ein.

Trinkwasser-Initiative:

Sie will, dass nur Bauern Direktzahlungen erhalten können, die auf den Einsatz von Pestiziden (der Initiativtext enthält keine Einschränkung auf chemisch-synthetische Pestizide) und auf die prophylaktische Abgabe von Antibiotika verzichten, die die Biodiversität erhalten und die nur so viel Tiere halten, wie sie mit betriebseigenem Futter ernähren können.

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