Samstag, 15. Mai 2021
28.04.2015 18:07
Standardarbeitskräfte

Kleinbauern können aufatmen

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Von: Samuel Krähenbühl

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hält daran fest, die SAK-Faktoren zu senken. Da aber auch die Untergrenze für den Erhalt von Direktzahlungen von 0,25 auf 0,2 SAK gesenkt wird, können Kleinbetriebe aufatmen.

Die Standardarbeitskraft (SAK) ist eine wichtige Kennziffer in der Landwirtschaft (siehe Kasten). Die vom BLW bereits seit Längerem angekündigte Reform des SAK-Systems hätte deshalb das Aus für etwa 1’000 Kleinbetriebe  bedeuten können.  Grund war die geplante Anpassung der SAK-Faktoren an den technischen Fortschritt.

Kaum Auswirkungen

Gemäss BLW-Sprecherin Anne Rizzoli dürfen nun die kleinen Bauernbetriebe, welche um ihre Direktzahlungen fürchteten, aufatmen. Zwar hält das BLW daran fest, die SAK-Faktoren zu senken. Das geht aus dem Landwirtschaftlichen Verordnungspaket, das gestern in Anhörung geschickt wurde, hervor. Gleichzeitig kommt aber der Verordnungsentwurf den Kleinbauern entgegen. 

Laut Rizzoli verliert nun trotz Systemänderung praktisch kein Betrieb die Berechtigung für Direktzahlungen: «Durch die Anpassung der SAK-Faktoren an die technische Entwicklung in Kombination mit der Veränderung der Untergrenze für die Ausrichtung der Direktzahlungen von 0,25 SAK auf 0,2 SAK werden sich kaum Auswirkungen auf die Anzahl der Betriebe ergeben, die direktzahlungsberechtigt sind. Das heisst: Die Anzahl der direktzahlungsberechtigten Betriebe bleibt in etwa stabil.»

Kantone haben erweiterten Spielraum

Weniger gut sieht es für diejenigen Betriebe aus, welche wegen der Senkung der SAK-Faktoren ihren Status als landwirtschaftliches Gewerbe verlieren. Durch die Anpassung der SAK-Faktoren (Berücksichtigung technische Entwicklung und neue Jahresarbeitsstunden von 2600 anstatt wie bisher 2800) werden voraussichtlich gemäss Rizzoli 2500 Betriebe den Grenzwert für landwirtschaftliche Gewerbe nicht mehr erreichen.

«Durch die Möglichkeit der Erlangung von SAK aus landwirtschaftsnahen Tätigkeiten wird aber voraussichtlich ca. ein Fünftel dieser betroffenen Betriebe über die Grenze von 1,0 SAK gelangen, wodurch der erstbeschriebene Effekt der Anpassung der SAK-Faktoren abgeschwächt wird», betont sie. Zudem hätten die Kantone seit dem 1. Januar 2014 erweiterten Spielraum und könnten die Gewerbegrenze auf 0,6 SAK senken.

2500 können hoffen

Neu ist auch, dass die Untergrenze, welche für die Erteilung von Investitionshilfen relevant ist, von 1,25 auf 1,0 SAK gesenkt werden soll. Gemäss BLW werden damit gesamthaft ungefähr 2500 Betriebe zusätzlich die administrative Untergrenze erreichen und können auf Investitionshilfen hoffen.

Doch das BLW zieht hier gleichzeitig auch etwas die Bremse an und kündigt an, jeden Einzelfall genau anzuschauen. «Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, ist es zwingend notwendig, dass die im Bericht des Bundesrates ‹Evaluation des Systems der Standardarbeitskraft SAK› geforderte stärkere Gewichtung der einzelbetrieblichen Beurteilung der Förderungswürdigkeit von den Vollzugsstellen konsequent umgesetzt wird», heisst es.

Das «Agrarpaket Herbst 2015», welches das BLW am Dienstag in die Anhörung schickte, schlägt nebst den Anpassungen beim SAK-System auch administrative Vereinfachungen vor. Die Umsetzung der Agrarpolitik 2014-2017 habe insbesondere im ersten Jahr zu höheren administrativen Aufwänden geführt, schreibt das BLW. Um diese zu reduzieren, würden nun 24 Vorschläge zur Diskussion gestellt. Die Anhörung des Agrarpaktes dauert bis zum 19. Juni.

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