6.07.2015 14:37
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kleinbauern
Kleinbauern-Vereinigung will „Geschäft mit Bauernhöfen“ stoppen
Jeden Tag schliessen drei Schweizer Bauernbetriebe ihre Tore. Und bis 2024 soll gemäss einer Modellrechnung weitere 10‘000 Betriebe verschwinden. Die Kleinbauern-Vereinigung will deshalb das Geschäft mit Bauerhöfen stoppen. Sie fordert eine Abkehr von der „Wachstumslogik“. Was halten Sie von der Forderung der Kleinbauern, liebe Leserinnen und Leser? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab. Mit Video

Gemäss jüngster Modellrechnung im Swiss Agricultural Outlook (SAO) werden bis 2024 weitere 10‘000 Bauernbetriebe aufgegeben. Das führt zu grösseren Betrieben. Und das ist für die Kleinbauern-Vereinigung inakzeptabel. Die Betriebe würden so immer grösser getreu dem Motto „Wachse oder weiche“. Dies entspreche nicht dem Verfassungsauftrag einer bäuerlichen Landwirtschaft. Mit einem zweiminütigen Video „Vielfalt statt Hofsterben“ machen die Kleinbauern auf das Hofsterben und die Folgen aufmerksam.

Kleinere setzen auf Konsumentennähe

„Die Agrarpolitik und die überholte Wachstumslogik führen dazu, dass Bauernhöfe beim Generationenwechsel anstatt in junge Hände übergeben, aufgelöst werden und ihr Land in bestehenden Betrieben verschwindet“, moniert die Vereinigung in einem am Montag veröffentlichten Communiqué. Leer ausgehen würden so junge Landwirte ohne Betrieb in der Familie. Grossen Betriebe seien hingegen kapitalintensiv und spezialisiert, heisst es weiter. Die hohen Investitionen bergen gemäss den Kleinbauern grosse finanzielle Risiken, Preisschwankungen können solche Betriebe kaum auffangen.

Gefährdet sei durch dieses System auch die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln. Kleine Betriebe würden diversifizieren und kundennaher produzieren, wird in der Mitteilung betont. „Die Ära des Wachsen oder Weichen ist vorbei“, so die Botschaft der Kleinbauern.

Ausserfamiliäre Hofübergaben fördern

Doch nicht nur die grösseren Betriebe bekommen ihr Fett ab. Die Kleinbauern-Vereinigung kritisiert auch die Nachkommen der Hofbesitzer. Die würden auf Gewinnmaximierung setzen und damit mit dem Hofsterben Geld verdienen. Besonders in stadtnahen Lagen könnten die alten Bauernhäuser zu hohen Preisen abgesetzt werden, moniert die Vereinigung. Die Entwicklung – Gewinnmaximierung und „Landhamstern“ - hindert aber gemäss den Kleinbauern die Vielfalt und Innovation in der Landwirtschaft.

„Da immer weniger Betriebsleitende mit einer Hofübergabe innerhalb der Familie rechnen können, ist es wichtig, dass ausserfamiliäre Hofübergaben gefördert werden“, betonen die Kleinbauern. Bauernhöfe über Generationen sollen deshalb gefördert werden. Dies sichert in den Augen der Kleinbauern langfristig eine vielfältige und bäuerliche Landwirtschaft.

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