6.08.2018 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Klima
Klimadebatte wegen Hitzesommer
Klimaexperten fordern angesichts des Hitzesommers in den Zeitungen «Ostschweiz am Sonntag» und «Zentralschweiz am Sonntag» die Politik zum Handeln auf. Die SVP kann strengeren Auflagen nichts abgewinnen.

In 30 Jahren müssten die entwickelten Länder den Übergang zu nicht-fossilen Antriebsstoffen geschafft haben, sagte der Klimaforscher Reto Knutti zu den Zeitungen. Natürliche Klimaschwankungen schliesst Knutti angesichts der Höhe der Ausschläge sowie der Häufigkeit der Extremtemperaturen aus. «Solche Hitzeperioden werden aufgrund des Klimawandels immer häufiger», fährt er fort.

Für die Bauern hat der Klimawandel weitreichende Folgen. «Doch es gibt starke Anzeichen, dass mit der Klimaerwärmung die Schweizer Sommer trockener und die Winter nässer werden», sagt Knutti. Sommer mit vertrockneten Weiden und knappem Wasser für die Tiere dürften also zunehmen. Der Bundesrat will den Ausstoss der Treibhausgase bis 2030 gegenüber dem Jahr 1990 um die Hälfte reduzieren. 30 Prozent sollen die Emissionen in der Schweiz zurückgehen, maximal 20 Prozent mittels Massnahmen im Ausland.

Die ehrgeizigen Reduktionsziele des Bundesrats seien kontraproduktiv für das Klima, sagte hingegen SVP-Präsident Albert Rösti den Zeitungen. Strengere Auflagen und höhere Abgaben drängten die Schweizer Industrie nur ins Ausland. Und dort würden sie «viel mehr Treibhausgase ausstossen als in der Schweiz, wo bereits heute strenge Vorschriften gelten», so Rösti. 

Das «Weltrettungsprogramm» des Bundesrats bei einem Schweizer Anteil am globalen Ausstoss von 1,5 Promille sei überhaupt unangebracht. Im «SonntagsBlick» äusserte sich Rösti zudem zur Erhöhung von CO2-Abgaben kritisch: eine solche Steigerung belaste Mieter, Hauseigentümer und KMU, erklärte er. Den Bauern will Rösti mit einer staatlich unterstützten Ernteausfallversicherung helfen. Überschwemmungen sollen mit Schutzbauten und Überlaufbecken verhindert werden, sagte der SVP-Präsident zu «Ostschweiz am Sonntag» und «Zentralschweiz am Sonntag». "Zudem muss die Schweiz im Ausland Überzeugungsarbeit leisten und die Forschung vorantreiben, damit der Ausstoss von Klimagasen abnimmt", hält Rösti fest.

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