21.07.2019 14:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Gesellschaft
«Klimajugend» reist im Flugzeug
Schüler und Jugendliche, die das Thema Klimawandel auf die politische Agenda gesetzt haben, verhalten sich laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» beim Reisen am wenigsten umweltfreundlich.

Die Zeitungen berufen sich dabei auf eine repräsentative Umfrage. Zwei Drittel der 13- bis 17-Jährigen gaben demnach an, dieses Jahr mit dem Auto oder dem Flugzeug in die Ferien zu reisen. Gemäss Umfrage reisen 37 Prozent mit dem Auto und 30 Prozent mit dem Flieger in die Ferien, mit dem Zug sind es lediglich 21 Prozent.

Bei Ferien hört die Klimadiskussion auf

Bei den 18- bis 24 Jährigen sind es immer noch über 58 Prozent, die Flugzeug oder Auto verreisen. Der Anteil des Autos sinkt auf 26%, die Ferien mit den Eltern fallen wohl weg, das Flugzeug hingegen gewinnt an Bedeutung. 32 Prozent wollen mit dem Flieger in die Ferien. Der Zug ist mit 18 Prozent nicht hoch im Kurs. Keine Ferien machen 15 Prozent.

Die Umfrage zeige zudem, dass die Klimadebatte die Jungen weniger beschäftigt als andere Altersgruppen. Über die Hälfte der Befragten bis 24 Jahre lasse sich bei der Wahl der Feriendestination nicht von der Klimadiskussion beeinflussen. In der Alterskategorie zwischen 35 und 54 Jahren habe dagegen eine Mehrheit die Klimadebatte im Hinterkopf, falls sie Ferien buche. Die Werte in dieser Kategorie: 29% Auto, 26% Flugzeug, 20% Zug.

Flughäfen melden weiter Zunahmen

Der 18-jährige Zürcher Gymnasiast Jonas Kampus, Mitglied bei Swiss Youth for Climate und Aushängeschild der Klimademonstranten, reagiert enttäuscht auf die Umfrageresultate: «Es stimmt mich traurig, dass weiterhin so viele Menschen fliegen», sagt er zur "Sonntagszeitung." Auch die Kompensation des CO2-Austosses wird nur sehr wenig in Anspruchg genommen, obwohl die Stiftung Myclimate ein Plus von 400 Prozent ausweist. Schätzungsweise weniger als 5 Prozent sind bereit, freiwillig mehr für ihren Flug zu bezahlen.

Und vom Flugscham kann keine Rede sein. Der Flughafen Zürich vermeldete im Juni einen neuen Passiergierrekord. 2,89 Millionen Passagiere flogen über den Flughafen Zürich. Dies entspricht einem Plus gegenüber der Vorjahresperiode von 3,6 Prozent. Der Anstieg im Juni war vor allem auf die Lokalpassagiere (+4,3% auf 2,1 Mio) zurückzuführen. Über das gesamte erste Semester erhöhte sich die Zahl der abgefertigten Passagiere um 2,4 Prozent auf 14,9 Millionen. 

Der Flughafen Basel-Mülhausen verzeichnet gemäss NZZ ein Plus von 10 Prozent bei den Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr, bis Ende Mai waren es knapp 3,4 Millionen Fluggäste. Auch am Flughafen Genf gab es dieses Jahr mit rund 9,1 Millionen Passagieren im ersten Halbjahr einen Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

An der repräsentativen Erhebung nahmen knapp 1000 Social-Media-Nutzer aus der gesamten Schweiz via Facebook oder Instagram teil.

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