27.09.2020 18:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Abstimmungen
«Konnten Nöte nicht aufzeigen»
In den Städten und im Mittelland sei es nicht gelungen, die Nöte in den Bergen aufzuzeigen. Auch die hohe Stimmbeteiligung dürfte zur Ablehnung des revidierten Jagdgesetzes beigetragen haben, vermutete der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler am Fernsehen SRF. Das Stimmvolk hat sich laut Jagdschweiz von den Tierschützern blenden lassen.

Auch sei es wohl nicht gelungen, aus den Köpfen zu bringen, «dass es uns nicht darum geht, den Wolf auszurotten», sagte Engler weiter. Das Resultat sei Ausdruck des völlig unterschiedlichen Problembewusstseins in den Bergen und in den Städten.

Man müsse sich nun fragen, ob man in den Bergen eine reine Wildnis wolle oder auch noch Menschen, «die hier leben und arbeiten». Die Sieger würden nun diesbezüglich eine grosse Verantwortung tragen. Die Bergbevölkerung fühle sich am heutigen Tag im Stich gelassen.

Mit seinem Entscheid habe es das Stimmvolk verpasst, den Tier- und Artenschutz zu stärken und klare Regeln für das Nebeneinander von Wolf und Nutztieren zu setzen, bedauern Jagdschweiz, der Schweizer Bauernverband und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) in einer gemeinsamen Mitteilung. Ein fortschrittliches Jagdgesetz rücke nun in weite Ferne.

Das Stimmvolk habe sich leider täuschen lassen von der «millionenschweren Machtdemonstration der Tierschutz-Organisationen». Die Konflikte würden in den nächsten Jahren zunehmen und die betroffenen Älplerinnen und Älpler vor grosse Herausforderungen stellen.

Nach diesem Entscheid bestehe die Gefahr, dass viele Älpler frustriert aufgeben. Die alpine Kulturlandschaft werde verganden und für den Tourismus an Attraktivität verlieren. Auch für den Artenschutz sei die Ablehnung ein negatives Signal. Statt nur noch Wolf, Steinbock und Höckerschwan dürften über 300 geschützte Arten von den Kantonen weiterhin reguliert und vom Bundesrat zur Jagd freigegeben werden.

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