11.06.2014 18:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sum
Düngen
Krippenverluste werden (noch) nicht abgeschafft
Bisher wurden in der Suisse-Bilanz 5 Prozent Lager- und Krippenverluste toleriert. Diese wollte der Bund streichen. Nach Kritik zahlreicher Organisationen hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch entschieden, von einer Abschaffung der Krippenverluste abzusehen.

Im April und Mai hatte das BLW eine Anhörung der betroffenen Kreise betreffend Abschaffung der Lagerungs- und Krippenverluste von 5 Prozent in der Suisse-Bilanz durchgeführt, schreibt das Bundesamt in einem Communiqué. Die Antworten fielen hauptsächlich ablehnend aus.

Starke Auswirkungen befürchtet

Kritisiert wurde, dass verschiedene Grundlagen, wie zum Beispiel die Düngungsnormen, sehr knapp berechnet seien. Die damit verbundenen Anpassungen an der Suisse-Bilanz führten so zu starken Auswirkungen auf Einzelbetrieben. Deshalb werde vorerst aus Abschaffung der Lagerungs- und Krippenverluste verzichtet, schreibt das BLW.

Doch das BLW betont auch, dass „eine Weiterentwicklung der grundsätzlichen Nährstoffbilanzierung und der entsprechenden Grundlagen dazu im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik vorgesehen ist.“ Die Abschaffung basiert auf der Empfehlung im Expertenbericht von Agroscope zur Überprüfung der Methodik Suisse-Bilanz.

Seit 1998 Suisse-Bilanz

Seit 1998 muss jeder Landwirtschaftsbetrieb jährlich eine Suisse-Bilanz rechnen. Anhand von Tierbestand, Flächen, Kulturen, Zu- und Wegfuhren von Düngern wird eine ausgeglichene Stickstoff- bzw. Phosphorbilanz angestrebt. Bisher konnte ein Bauer für seine Raufutterverzehrer maximal 5 Prozent Lager- und Krippenverluste geltend machen.

«Würden die Lager- und Krippenverluste gestrichen, könnte ein reiner Futterbaubetrieb mit Silomais im Extremfall 5 Prozent weniger Düngerbedarf ausweisen. Ein gemischter Betrieb dürfte je nach Anteil Ackerbau 0 bis 5 Prozent weniger N und P zuführen», betont Erich Huwiler vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg gegenüber dem „Schweizer Bauer“ Mitte Mai.

Er wundert sich, dass das BLW ausgerechnet hier den Hebel ansetzen will: «Mineraldünger- und Kraftfuttereinsatz sowie die Zu- und Verkäufe von Grundfutter sind viel grössere Einflussfaktoren. Bei einer Streichung der Krippenverluste wird an einer ganz kleinen Schraube gedreht. Dabei werden alle Bauern ein bisschen bestraft, der Vollzug aber nicht verbessert.»

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