26.04.2018 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Sömmerung
Kurzalpung: Neue Regelung in Kritik
Der Kanton Graubünden hat zum landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2018 des Bundes Stellung genommen. Nicht zufrieden ist die Regierung mit der angedachten Regelung der Kurzalpung.

Sömmerungsbetriebe, die Milchvieh weniger als 100 Tage sömmern, profitieren heute von einer speziellen Regelung. Ob das gemolkene Vieh nur 56 oder 99 Tage lang gesömmert worden ist, spielte für den Sömmerungsbeitrag keine Rolle. Der Bund verschob bereits zweimal die Aufhebung dieses Privilegs.

Abgestufter Zusatzbeitrag

Der Bund schlägt eine neue Lösung vor. Es soll für Milchkühe einen abgestuften Zusatzbeitrag geben. Bei 56 Tagen Sömmerung soll es 149 Fr./Milchkuh geben. Ist die Sömmerung länger, ist der Zusatzbeitrag kleiner. Bei 99 Tagen ist der Zusatzbeitrag null. Ein Zusatzbeitrag soll auch für Milchschafe und Milchziegen ausgerichtet werden.

Diesem Vorschlag kann die Regierung des Kantons Graubünden nichts abgewinnen. «Die Aufhebung der sogenannten Besitzstandswahrung für Kuhalpen mit Kurzalpung wäre für den Kanton ein schmerzlicher Verlust, da das System lückenlos funktioniert und alle Alpen miteinbezogen sind», teilt die Regierung in einem Communiqué mit.

Aufwändig und ungerecht

Die Ersatzlösung bringt aus der Sicht des Kantons Graubünden Nachteile. Anhand der Daten sei nicht ersichtlich, ob die Tiere auch gemolken würden. «Theoretisch könnte eine Alp nur Galtkühe sömmern und würde den Zusatzbeitrag trotzdem erhalten», heisst es in der Mitteilung. Dies sei aber abzulehnen. 

Ungerecht sei auch, dass bei Kühen die gesamte Sömmerungszeit (alle Aufenthalte auf unterschiedlichen Sömmerungsbetrieben) zusammengezählt werde, bei Ziegen und Schafen aber nicht. Weiter führt die Regierung den hohen administrativen Aufwand ins Feld, da jedes Einzeltier überprüft werden müsste.

Bisherige Lösung oder Pauschale

Deshalb beantragt die Bündner Regierung die Beibehaltung der bisherigen Lösung oder die Einführung eines pauschalen Zusatzbeitrags von 30 Franken für alle gemolkenen Tiere. «Damit würde die Milchalpung weiter gestärkt», hebt die Regierung hervor.

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