24.01.2014 13:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Landschaftsinventar soll Verfahren für Kraftwerkbau beschleunigen
Der Bund will Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung genauer beschreiben. Dies soll die Interessenabwägung erleichtern und zur Beschleunigung von Verfahren beitragen - insbesondere dann, wenn es um den Bau von Kraftwerken geht.

Besonders wertvolle Landschaften sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) erfasst. Dieses hat zum Ziel, die Landschaften zu erhalten.

Im Auftrag des Bundesrates hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) nun die Beschreibungen und die Schutzziele zu den 162 Objekten präzisiert und die Verordnung zum Inventar revidiert. Am Freitag hat es den Entwurf in die Vernehmlassung geschickt.

Häufigere Interessenabwägungen

Die rechtlichen Wirkungen des Inventars blieben unverändert, schreibt das BAFU. Sie seien durch das Natur- und Heimatschutzgesetz geregelt. Dieses legt auch fest, wie bei der Beurteilung von Vorhaben vorzugehen ist, welche die Schutzziele beeinträchtigen könnten.
So dürfen die Behörden bei schwerwiegenden Eingriffen nur dann überhaupt eine Interessenabwägung vornehmen, wenn ein geplantes Vorhaben von nationaler Bedeutung ist. Im Rahmen der neuen Energiestrategie sollen künftig auch Anlagen zur Energieproduktion von nationaler Bedeutung sein können. Somit dürfte es vermehrt zu einer Interessenabwägung zwischen Schutz- und Produktionsinteressen kommen.

Energiestrategie im Visier

Die präzisere Beschreibung der Werte und der Schutzziele der BLN-Objekte werde die Umsetzung der Energiestrategie erleichtern, schreibt Energie- und Umweltministerin Doris Leuthard in ihrem Brief an die Vernehmlassungsteilnehmer.

Die Beschreibung der BLN-Objekte umfasst laut dem BAFU alle landschaftlich relevanten Aspekte sowohl naturräumlicher, biologischer, kulturlandschaftlicher und kulturhistorischer Natur. Aus den Beschreibungen leiten sich die spezifischen Schutzziele ab. Die Vernehmlassung zur Verordnungsrevision mit den 162 neu formulierten Objektblättern im Anhang dauert bis zum 16. Mai.

Von Rheinfall bis Findling

Im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung sind Landschaften wie die Berner Hochalpen oder der Rheinfall erfasst, die aufgrund ihrer Schönheit, Eigenart sowie ökologischen oder kulturgeographischen Bedeutung einzigartig sind.

Aufgeführt sind aber auch naturnah geprägte Kulturlandschaften, die für eine Landesgegend besonders kennzeichnende Merkmale enthalten. Dazu gehört zum Beispiel der Chasseral oder der Aargauer und Solothurner Faltenjura.

Eine weitere Kategorie bilden die grossräumigen Erholungslandschaften, die zum Wandern und Erleben der Natur einladen. Dazu gehören beispielsweise die Oberengadiner Seenlandschaft oder die Emmentallandschaft. Schliesslich sind im Invantar Naturdenkmäer verzeichnet. Dabei handelt es sich um Einzelobjekte wie Findlinge. sda

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