15.02.2016 06:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Uri
Landwirt will in Regierung
Die Wahlen vom 28. Februar in Uri bringen frischen Wind in die Regierung: Drei der sieben Magistraten treten nicht mehr an. Die SVP hofft auf einen zweiten, die FDP auf einen dritten Sitz. Die SP kämpft um ihren einzigen verbleibenden Regierungsratssitz in der Zentralschweiz.

Um einen Sitz in der siebenköpfigen Urner Regierung bewerben sich insgesamt zehn Kandidatinnen und Kandidaten. Ein zweiter Wahlgang am 10. April ist damit wahrscheinlich.

SP will Sitz verteidigen

Nach zwölf Jahren tritt der Urner Baudirektor Markus Züst aus dem Regierungsrat zurück. 2004 hatte er für die SP den 2000 verlorenen Regierungssitz zurückerobert. Er will sich wieder auf seine Arbeit als Anwalt und Notar konzentrieren. Die SP will Züsts Sitz mit aller Kraft verteidigen. Schliesslich ist dieser der noch einzige SP-Regierungssitz in der Zentralschweiz - nachdem die Sozialdemokraten im vergangenen Frühling in Luzern nach 56 Jahren aus der Regierung flogen.

So setzte die Urner SP schon seit längerem alles auf diese eine Karte und gab sogar bei den National- und Ständeratswahlen im Herbst das Feld kampflos Preis. Richten soll es nun Dimitri Moretti. Der 43-Jährige aus Erstfeld politisiert seit 2008 im Landrat. Beruflich ist er als Oberstufenlehrer im Kanton Zürich tätig.

SVP will zweiten Sitz


Zu einer weiteren Lücke in der Regierung führt der Rücktritt des SVP-Sicherheitsdirektor Beat Arnold. Er wurde im Herbst in den Nationalrat gewählt. 2010 schaffte der 36-Jährige als erster SVP-Politiker den Sprung in die Exekutive. Erklärtes Ziel der SVP ist es aber nicht nur Arnolds Sitz zu verteidigen. Sie will auch gleich noch einen zweiten Regierungssitz dazuzugewinnen.

Nominiert hat die Partei dafür den 51-jährigen Landrat und Landwirt Alois Arnold aus Bürglen und die 47-jährige Fraktionspräsidentin und Drogistin Petra Simmen aus Altdorf. Einen leichten Stand werden die beiden aber nicht haben: Einerseits scheiterte der SVP-Angriff bei den Regierungsratswahlen vor vier Jahren deutlich. Andererseits war die SVP auch bei den letzten Landratswahlen grosse Verliererin - sie büsste vier Mandate ein.

FDP will dritten Sitz

Zu einer dritten Vakanz in der Urner Exekutive führt der Rücktritt von FDP-Finanzdirektor Josef Dittli. Gleich lang wie Züst in der Regierung setzt er aber seine Politkarriere in Bern fort. Dittli schaffte im vergangenen Herbst den Sprung in den Ständerat und trat in die Fussstapfen von Gabi Huber.

Die FDP will die Dreiervakanz für den Gewinn eines dritten Sitzes nutzen. Neben der bisherigen Regierungsrätin Barbara Bär, die seit 2012 in der Urner Exekutive ist, portierte die Partei noch den 47-jährigen Landrat und Berufsschullehrer Toni Epp aus Silenen und den 39-jährigen Altdorfer Gemeinderat Urs Janett. Janett arbeitet als Generalsekretär des Bundesverwaltungsgerichtes in St. Gallen.

Mitreden will auch der von der FDP nicht offiziell nominierte Andermatter Gemeindepräsident Roger Nager. Der 45-jährige Freisinnige rückte sich selber als wilder Kandidat ins Feld. Er ist der einzige Kandidat aus dem Urserntal. Fest im Sattel sitzen die drei CVP-Regierungsräte, die sich zur Wiederwahl stellen: Justizdirektorin Heidi Z'graggen (seit 2004 im Amt), Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (seit 2012) und Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg (seit 2012).

CVP stärkste Fraktion


Für die 64 Sitze im Landrat kandidieren 146 Personen. Die CVP verfügt heute über 23 Sitze und dürfte auch nach dem 28. Februar stärkste Fraktion bleiben. Die FDP hat 16 Sitze, die SVP 14 und die SP/Grüne-Fraktion kommt auf 11 Mandate.

Jede der 20 Gemeinden bildet einen eigenen Wahlkreis. Die Wahl erfolgt dabei in jenen Wahlkreisen mit drei und mehr Kandidaten nach dem Proporzverfahren, in Wahlkreisen mit weniger als drei Mandaten nach dem Majorzverfahren. Jeder Gemeinde steht mindestens ein Sitz zu.

 

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