13.03.2017 17:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Waadt
Landwirt will in Regierung
Bei den Waadtländer Regierungsratswahlen am 30. April treten 15 Kandidatinnen und Kandidaten an. SP und Grüne wollen ihre vier Sitze und damit die Mehrheit verteidigen, doch FDP und SVP blasen zum Gegenangriff. SVP-Nationalrat und Landwirt Jacques Nicolet will in den Regierungsrat.

Seit der Ersatzwahl für den 2011 im Amt verstorbenen SVP-Regierungsrat Jean-Claude Mermoud ist die Mehrheit im Waadtländer Regierungsrat in links-grüner Hand. Die SP verfügt über drei Sitze, die Grünen über einen. Die anderen drei Sitze besetzt die FDP.

Bügerliche wollen Mehrheit

Der SVP-Sitz war an die Grüne Béatrice Metraux gegangen. Métraux (bisher) tritt erneut gemeinsam mit den Sozialdemokraten an. Diese schicken ihre Bisherigen Pierre-Yves Maillard und Nuria Goritte ins Rennen. Als Vierte im Bunde wurde die SP-Nationalrätin Cesla Amarelle (neu) aufgestellt. Sie soll den Sitz der bisherigen SP-Bildungsdirektorin Anne-Catherine Lyon verteidigen, die von ihren eigenen Genossinnen und Genossen zum Verzicht auf eine weitere Legislaturperiode gedrängt worden war.

Die Bürgerlichen blasen wie bereits vor fünf Jahren zum Gegenangriff. Damals gelang es ihnen allerdings nicht, die Mehrheit zurückzugewinnen. Für diese Wahlen haben sich erneut die FDP und die SVP zusammengetan. Für die FDP steigen die drei Bisherigen Jacqueline de Quattro, Pascal Broulis und Philippe Leuba ins Rennen.

Meisterlandwirt

Die SVP Waadt nominierte den kantonalen Parteipräsidenten Jacques Nicolet als Regierungsratskandidat. Der 51-jährige Nicolet soll schaffen, was Claude-Alain Voiblet vor fünf Jahren nicht gelang - den Sitz von Mermoud zur SVP zurückzuholen. Der Nationalrat ist als Landwirt im Dorf Lignerolle tätig. Die Gemeinde liegt zwischen Orbe und Vallorbe.

Nicolet ist Meisterlandwirt und amtete früher Vorstandsmitglied des waadtländischen Bauernverbandes Prométerre. Er ist zudem seit 2016 im Vorstand der Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (Sals).

Mitte nicht geeint

Die Parteien links der SP treten gemeinsam unter dem Label «Ensemble à Gauche» mit den drei Kandidatinnen und Kandidaten Hadrien Buclin (solidaritéS), Céline Misiego (PdA) und Yvan Luccarini (Alternative) an. Die Mitte geht getrennte Wege: Das Mitte-Bündnis portiert Sylvie Villa (CVP) und Serge Melly («Vaud libre»), während die Grünliberalen mit ihrem Kantonalpräsidenten François Pointet punkten möchten.

Als Unabhängiger kandidiert wie bereits vor fünf Jahren Guillaume Toto Morand, obwohl er 2012 nur 5,7 Prozent der Stimmen holte. Der Besitzer einer Schuhkette hatte nach der Abstimmung über die Minarett-Initiative für Schlagzeilen gesorgt. Aus Protest gegen deren Annahme liess er auf dem Dach seines Unternehmens in Bussigny (VD) ein Minarett aus Dekor-Material errichten.

Zweiter Wahlgang wahrscheinlich

Mit 15 Bewerberinnen und Bewerbern ist das Kandidatenfeld für die Waadtländer Regierungsratswahlen zwar nicht mehr so gross wie 2012, als eine Rekordzahl von 21 Kandidierenden antrat. Trotzdem dürfte es am 21. Mai zu einem zweiten Wahlgang kommen.

Neben der Regierung wird am 30. April auch das 150-köpfige Kantonsparlament neu gewählt. Aktuell stehen sich 74 bürgerliche und 64 Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus dem linken Lager gegenüber. Das Zünglein an der Waage spielen jeweils die zwölf Politikerinnen und Politiker der Mitte.

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