30.08.2017 17:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Luzern
«Landwirtschaft ist Zentralbank für Wohlstand»
Am 9. Polit-Treffpunkt der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) war eine prominente Gästeschar anwesend. Bundesrat Johann Schneider-Ammann äusserte sich zur Nachfolgeregelung beim Schoggigesetz, zur Ernährungssicherheit und zur Landwirtschaft im Allgemeinen.

Bezeichnenderweise fand der 9. Polit-Treffpunkt der Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) bei der Aeschbach Chocolatier AG in Root LU. Also einem Betrieb, der direkt vom Schoggigesetz respektive dessen Nachfolgelösung betroffen sein wird. Die Liste der Referenten und Gäste, die am Mittwochnachmittag auftraten, liess sich dabei mehr als sehen.

Bundesrat sagte nichts zur Höhe

Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Ständerat und Emmi-Verwaltungsrat Konrad Graber, Ständerat und BOM-Präsident Peter Hegglin, Ständerat Isidor Baumann, Nationalrat Louis Schelbert sowie Andreas Bosshard von der Denkfabrik Vision Landwirtschaft, fanden sich in Root ein. Der Einstieg lag allerdings an Gastgeber, dem ZMP-Präsidenten Thomas Oehen. Er versuchte dem Bundesrat gleich zu Beginn zu entlocken, wie viel Geld nun tatsächlich für die Nachfolgelösung zur Verfügung gestellt werden soll.

Eine Forderung welcher der Wirtschaftsminister allerdings nicht nachkommen wollte. Dafür wiederholte er, unter welchen Voraussetzungen die Nachfolgelösung eingeführt werden wird. So sollen die bisherigen beitragsberechtigen Produkte weiter profitieren, die Finanzierung haushaltsneutral vorgenommen und die Beihilfen sollen direkt an die Bauern ausbezahlt werden.

Landwirtschaft nicht opfern

Ferner erklärte Bundesrat Schneider-Ammann, dass der aktive Veredelungsverkehr vereinfacht werden soll. «Wir wollen den Veredlern weiter ermöglichen, dass sie auch im Ausland konkurrenzfähig sind und neue Märkte erschliessen können.» Zudem wolle man das neue System bereits per 1. Januar 2019 in Kraft setzen und damit ein Jahr vor WTO-Frist. «Schliesslich bin ich überzeugt, dass wir eine gute Lösung gefunden haben, welche auch durchs Parlament kommen wird», gibt sich der Agrarminister optimistisch.

Angesichts des Abstimmungstermins vom 24. September zur Ernährungssicherheit liess es sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann nicht nehmen, auch darüber einige Wort zu verlieren. «Es stehen keine Freihandelsabkommen an. Wir sind aber darauf angewiesen, dass unsere Exportbranchen auch internationale Märkte weiter erreichen. Der Freihandel ist die Voraussetzung dafür», so der Bundesrat. Sogleich schob er nach, dass er nicht gewillt ist, dafür die Schweizer Landwirtschaft zu opfern. Denn für ihn sei die Schweizer Landwirtschaft die Zentralbank für den Schweizer Wohlstand. «Sie ist Garant, dass wir Grundnahrung haben. Das werden wir nicht aus Spiel setzen», liess Johann Schneider-Ammann die Gäste in Root wissen. 

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