6.12.2019 19:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
«Lange Übergangszeit ungünstig»
Michael Gysi wird ab Juni das Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) des Kantons Bern führen. Der Berner Bauernverband (BEBV) hofft eine konstruktive Zusammenarbeit. Der BEBV kritisiert aber die lange Übergangszeit bis zum Amtsantritt.

Der Berner Regierungsrat hat am Donnerstag den Nachfolger von Christian Hofer als Vorsteher des Amts für Landwirtschaft und Natur (Lanat) präsentiert. Der ETH-Naturwissenschaftler Michael Gysi war während vielen Jahren in leitenden Funktionen der Forschungsanstalt Agroscope. Von 2012 bis 2018 war er als CEO verantwortlich für die Geschicke der Agroscope.

Der Berner Bauernverband (BEBV) attestiert Gysi ein gutes Netzwerk in relevanten Organisationen. Der Stadtberner sei innerhalb der Kantonsverwaltung der wichtigsten Ansprechpartner für den BEBV. «Ein enger Kontakt mit regelmässigem Austausch mit der Lanat-Leitung ist daher von grosser Bedeutung. Um die vielfältigen Herausforderungen für die Berner Land- und Ernährungswirtschaft anzugehen, hofft der BEBV auf eine konstruktive Zusammenarbeit», heisst es in der Mitteilung des Verbands.

Nicht glücklich ist der BEBV über die lange Übergangsfrist. Christian Hofer verliess im November das Lanat und ist seit Anfang Dezember Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft. Michael Gysi wird die Stelle als Lanat-Chef am 1. Juni 2020 antreten. «Dieses kommende halbe Jahr, wo das Lanat mit einer Interimsführung agieren muss, kommt politisch zu einem ungünstigen Zeitpunkt», heisst es weiter. Dies führe zu einem Vakuum. 

2020 sei ein wichtiges Jahr für die Bauern. «Neben der Agrarpolitik AP22+ stehen wichtige Abstimmungen an, die für die Landwirtschaft von grosser Bedeutung sind. Der Agrarkanton Bern sollte hier eine aktive Position einnehmen», mahnt der Verband an. Mit dem Berner Pflanzenschutzprojekt verfüge der Kanton über ein «Positionierungsmittel» für die politische Diskussion. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE