26.07.2018 18:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Emissionen
Laufstall: SBV hinterfragt Beiträge
Der Bauernverband setzt ein Fragezeichen hinter die Beiträge für Rindvieh-Laufställe. Denn diese schadeten der Umwelt.

«Mehr Tierwohl belastet die Luft»: So titelte der «Schweizer Bauer» am 11. Juli. Er zitierte im Artikel Thomas Kupper von der Hochschule Hafl wie folgt: «Im Laufstall entstehen 2,5 Mal mehr Ammoniakemissionen als im Anbindestall.» Ammoniak trägt unter anderem zur Bildung von Feinstaub bei, der für den Menschen ungesund ist. 

Am 19. Juni stand die Schweizer Landwirtschaft in der SRF-Sendung «Kassensturz» deswegen wieder einmal am Pranger. Nun stellt die «Sonntagszeitung» einen Bezug zwischen Ammoniakemissionen und der Förderung von Freilaufställen für Rindvieh her, für welche der Bund im Rahmen der Beiträge für besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme (BTS) jedes Jahr Millionen von Franken als Direktzahlungen an die Bauern ausschüttet. Die «Sonntagszeitung» titelt: «Subventionierte Verschmutzung: Bauern erhalten Millionen für tierfreundliche Ställe – doch diese belasten die Umwelt mit Ammoniak». 

Diese These stärkt Francis Egger, Geschäftsleitungsmitglied beim Schweizer Bauernverband (SBV). Er sagt:«Der Staat unterstützt genau Ställe, welche der Umwelt mehr schaden.» Und weiter: «Man muss zumindest diskutieren, in welcher Form Laufställe unterstützt werden, bevor das nächste Agrarpaket gesprochen wird.» Es sei stossend, wenn sich Direktzahlungen negativ auf die Umwelt auswirkten. Egger sagt in der «Sonntagszeitung» sogar: «Vielleicht ist hier die gesunde Grenze beim Tierwohl erreicht.» 

Christine Zundel, Expertin beim Bundesamt für Landwirtschaft, hielt fest, dass die Emissionen auf hohem Niveau verharrten, dass der Grund unter anderem bei der Unterbringung liege. Sie lässt sich wie folgt zitieren: «Bezüglich Ammoniak sind verschmutzte Laufhöfe ein Problem, das muss man so sagen.» Für Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz ist ein Zurück zu Anbindeställen keine Option, wie er gegenüber der «Sonntagszeitung» betont. Die Bauern müssten für mehr Sauberkeit sorgen, Kot und Harn möglichst rasch in die Güllengrube entsorgen.

 

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