12.01.2016 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Erneuerbare Energie
Leuthard spricht sich für Wasserkraft aus
Energieministerin Doris Leuthard rechnet im laufenden Jahr nicht mit der Unterzeichnung des Stromabkommens mit der EU. Das sagte sie am 10. Stromkongress in Bern. Zudem sprach sie sich für die Unterstützung der heimischen Wasserkraft aus.

«Ich rechne nicht damit, dass das Stromabkommen mit der EU im Jahr 2016 paraphiert wird», sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Montag in Bern. Grund dafür seien die nach wie vor fehlenden institutionellen Rahmenbedingungen mit der EU.

70 Prozent nicht konkurrenzfähig

«Solange beispielsweise nicht klar ist, welches Gericht in einem Streitfall zuständig wäre, bleibt der Abschluss blockiert», erklärte die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) an der Fachtagung. Das Abkommen bezeichnet sie denn auch als Taktgeber bei der kompletten Strommarktöffnung.

Diese bis zum Abschluss des Stromabkommens nicht weiter voranzutreiben erachtet sie daher als «Akt der Vernunft». In ihrem Referat wies die Bundesrätin zudem darauf hin, dass die heimische Wasserkraft unter Druck sei. «70 Prozent der bestehenden Anlagen sind nicht konkurrenzfähig», sagte die Bundesrätin. Eine befristete Subvention als Überbrückung helfe und führe dazu, dass weiterhin in die Wasserkraft investiert würde und Arbeitsplätze erhalten blieben.

Rückgrat der schweizerischen Stromversorgung

Auch Kurt Rohrbach, der Präsident des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) sprach sich für eine Stabilisierung der Wasserkraft aus. Sie sei das Rückgrat der schweizerischen Stromversorgung und als systemrelevante Säule der Versorgung zu betrachten. Die Unterstützung sei nötig, damit sich kurzfristig zumindest die Instandhaltung und Ersatzinvestitionen lohnen würden.

Zusätzlich müsse geregelt werden, dass alle Energieträger einen Betrag an das System leisten. Rund 400 Fachleute und Führungskräfte der Energiewirtschaft treffen sich an der von Electrosuisse und dem Branchendachverband der schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) gemeinsam durchgeführten Veranstaltung, um über die zukünftigen Chancen und Herausforderungen des Energiesystems zu diskutieren.

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