21.08.2013 16:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bern
Lobag: Kulturlandinitiative wird gestartet
Nach den Zürchern sollen sich auch die Berner über eine Kulturlandinitiative äussern können. Das zumindest will die Lobag erreichen. Der Grosse Vorstand hat den Grundsatzentscheid, welche die Delegierten im Frühling fassten, bestätigt. Ein Ausschuss soll sich um den Initiativtext kümmern.

„Grünes Licht für die Lancierung einer Kulturlandinitiative“, titelt der Berner Bauernverband Lobag in einem Communiqué am Mittwoch. Dem Kulturlandverschleiss soll Einhalt geboten werden. Im Mittelland fallen viele wertvolle Ackerflächen neuen Bauten zum Opfer. Pro Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter verbaut, das entspricht einer Fläche von rund elf Fussballfeldern pro Tag.

Kulturland wird zurückgedrängt

Hoffnung schöpft die Lobag vermutlich auch den jüngsten Abstimmungsergebnissen. Gegen die ungebremste „Bauwut“ gibt es zunehmend Widerstand. So winkte das Schweizer Volk das revidierte Raumplanungsgesetz durch. Und im Kanton Zürich wurden im Juli 2012 völlig überraschend eine Kulturlandinitiative angenommen. Die Kulturlandinitiative will, dass nur noch Böden überbaut werden dürfen, die für die landwirtschaftliche Nutzung nicht geeignet sind. Fruchtfolgeflächen, die nicht eingezont sind, dürfen demnach nicht mehr überbaut werden. Es gibt jedoch Anstrengungen, Böden minderer Qualität mittels Aufschüttung höher zu klassieren, damit neues Land eingezont werden kann.

Die Lobag will nun die Berner Böden vor weiteren Überbauungen schützen. Sie schreibt in ihrem Communiqué, dass die heutigen Gesetze zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfläche „ungenügend“ seien. „Unter dem Druck der verschiedenen Nutzungsinteressen wird das Kulturland immer weiter zurückgedrängt“, heisst es weiter. Es bestehe Handlungsbedarf, um die Zersiedelung einzudämmen. Das Kulturland soll nach dem Vorbild des Waldes geschützt werden.

Im November sollen Unterschriften gesammelt werden

Auch die Grüne Partei des Kantons Bern hat gemäss Lobag ihr Interesse an einer Initiative bestätigt. Für weitere Vorbereitungsarbeiten wird in den nächsten Tagen ein Initiativkomitee eingesetzt. Bereits im Frühjahr hatten sich die Lobag-Delegierten grossmehrheitlich (274 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme, vereinzelte Enthaltungen) für die Lancierung einer kantonalen Initiative zum Schutz der produktiven Landwirtschaftsflächen zugestimmt.

Das Komitee soll im Verlauf des Herbsts die Kulturlandinitiative vorstellen. Der Lobag schwebt vor, im November 2013 mit der Unterschriftenversammlung zu beginnen.

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