11.09.2018 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Luzern
LU: Kantonsrat hilft Bergbauern
Der Kantonsrat hat die Gewerbegrenze von bislang 0,8 Standardarbeitskraft auf 0,6 gesenkt. Damit werden mehr Bergbauernbetriebe als Gewerbebetriebe gelten.

Im Kanton Luzern lag die kantonale Gewerbegrenze bisher bei 1,0 Standardarbeitskraft (SAK) für Bauernhöfe in der Talzone und bei 0,8 in der Berg- und Hügelzone. Mit der Senkung wird auf neue Bundesvorgaben reagiert. Der Bundesrat hatte die Standardarbeitskraft, eine Einheit zur Berechnung der Betriebsgrösse, dem technischen Fortschritt angepasst.

Von den 1532 Landwirtschaftsbetrieben in der Bergzone erfüllen 1131 oder knapp drei Viertel die 0,8 SAK und gelten damit als Gewerbebetrieb. Mit der Herabsenkung der SAK im Berggebiet 0,2 Einheiten auf 0,6 SAK werden 134 weitere Betriebe oder gegen 10 Prozent der Bergbauernhöfe die Gewerbegrenze erreichen, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Knapp 270 Betriebe oder 17 Prozent bleiben weiterhin darunter.

Die Bergbauern würden vom technischen Fortschritt weniger profitieren, sagte Jost Troxler (SVP). Die Herabsetzung der Gewerbegrenze durch den Kanton Luzern sei ein Bekenntnis zur Berglandwirtschaft, sagte Kantonsrat Hasan Candan (SP). Im Parlament war das Geschäft unbestritten. Der Vorlage wurde mit 100 zu 6 Stimmen angenommen. Die Nein-Stimmen stammten von der GLP und der Grünen. Sie fürchten, dass mit der Senkung das Bauen ausserhalb der Bauzonen zunimmt und die Zersiedelung gefördert werden könnte. Die Gesetzesänderung dürfte voraussichtlich am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Die SAK-Werte für das Tal (1,0)- und Hügelgebiet (0,8) bleiben unverändert.

Für Höfe, die den Status eines landwirtschaftlichen Gewerbes tragen, gilt das bäuerliche Bodenrecht. Bei einer Betriebsübergabe innerhalb der Familie profitieren Nachkommen vom Ertragswert, der deutlich dem Verkehrswert liegt. Auch dürfen mehr Bauten und Anlagen zu Wohnzwecken, Agrotourismus und für landwirtschaftsnahe Nebenbetriebe bewilligt werden. 

Mit der SAK-Senkung dürfte sich der Strukturwandel verlangsamen. Zwischen dem Jahr 2000 bis 2016 hat die Anzahl Betriebe um 26 Prozent abgenommen. Die Nutzfläche der Luzerner Bergbauernhöfe ist 19 Prozent kleiner als im Schweizer Schnitt.

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