2.09.2019 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Bern
«Meilenstein für Naturschutz»
Der Regierungsrat hat am Montag den Sachplan Biodiversität genehmigt. Er enthält verschiedene Massnahmen zum Natur- und Artenschutz und ist der letzte Baustein im kantonalen Biodiversitätsgesetz.

Die Berner Regierung hat den Sachplan Biodiversität genehmigt. Das ist ein Plan, der Behörden, Gemeinden und Organen der Regionen verbindlich aufzeigt, wo und wie die Förderung der Biodiversität verstärkt und ihr Erhalt verbessert werden muss.

Sicherung von Bundesgeldern

Wie der Regierungsrat am Montag mitteilte, enthält der Plan beispielsweise Massnahmen im Bereich Jagd und Wildtierschutz – etwa eine Regelung, wie im Fall von Konflikten vorzugehen ist, welche der Biber hervorruft.

Auch zu Wildwechselkorridoren listet der Plan Massnahmen auf, und zu Lebensräumen gefährdeter Fischarten. Massnahmen zu Waldreservaten und Biodiversitätsflächen in der Landwirtschaft sind weitere Inhalte des Plans. Er ist am 1. September in Kraft getreten und war der letzte noch fehlende Baustein im kantonalen Biodiversitätskonzept.

Mit der Genehmigung des Sachplans sei «ein Meilenstein für den Naturschutz gesetzt» worden, schreibt der Regierungsrat. Dass der Plan vorliegt, ist eine wichtige Grundlage für die Sicherung von Bundesgeldern im Bereich Naturschutz.

Ein Drittel der Arten ist gefährdet


Die Berner Regierung macht darauf aufmerksam, dass gemäss Bundesamt für Umwelt knapp die Hälfte aller Lebensräume in der Schweiz bedroht ist. Mehr als ein Drittel aller Arten ist gefährdet.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD stelle der Schweiz kein gutes Zeugnis aus, schreibt die Berner Regierung weiter: Grösse, Qualität und Vernetzung der Schutzgebiete seien im internationalen Vergleich mangelhaft.

Der Sachplan umfasst Massnahmen (nicht abschliessende Aufzählung):

Naturschutz: Vollzugsdefizite bei den Bundesvorgaben beheben, insbesondere Bundesinventarobjekte räumlich abgrenzen und behördenverbindlich festlegen (Hoch- und Flachmoore, Auen, Trockenwiesen und -weiden, Amphibienlaichgebiete), den Vollzug in Bezug auf Massnahmen zur Regeneration intensivieren, Bewirtschaftungsverträge abschliessen, Pflegepläne umsetzen sowie die aktuell gültige Naturschutzgesetzgebung überprüfen.

Jagd und Wildtierschutz: Wildwechselkorridore behördenverbindlich festlegen und in die kommunalen Nutzungsplanungen übernehmen, den Handlungsbedarf von Massnahmen in den Wildtierkorridoren beurteilen und diese schrittweise nach Prioritäten umsetzen, das Vorgehen im Konfliktfall regeln (z.B. Biber) sowie Massnahmen für besseren Schutz von einheimischen Vögeln und anderen Wildtieren in deren Lebensräumen umsetzen.

Gewässer und Fischerei: Lebensräume gefährdeter Fisch- und Krebsarten erhalten und aufwerten, Laichhabitate und die natürliche Reproduktion fördern, wiederhergestellte Lebensräume von gefährdeten Arten wiederbesetzen sowie bestehende Wasserkraftanlagen sanieren, um Fischerwanderungen zu ermöglichen.

Wald: Weitere Verträge für Waldreservate mit Waldbesitzern abschliessen, Vertragsnaturschutz fördern sowie Lebensräume aufwerten (z.B. Waldränder).

Landwirtschaft: Biodiversitätsförderflächen aufwerten sowie eine kantonale Vollzugsstelle zum rationellen Vollzug der Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekten betreiben.

Raumplanung: Die Biodiversitätsziele mit den raumplanerischen Instrumenten unterstützen (kantonales Landschaftsentwicklungskonzept, Sachplan Moorlandschaften, See- und Flussufergesetz, regionale Richtplanung, kommunale Nutzungsplanungen).

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