17.02.2017 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Allgemeinverbindlichkeit für Standardvertrag
Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) möchte ihr Reglement für den Standardvertrag, die Modalitäten zum Erst- und Zweitmilchkauf und die Segmentierung durch den Bundesrat allgemeinverbindlich erklären lassen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am Freitag das entsprechende Begehren veröffentlicht.

Das Begehren geht auf eine ausserordentliche Delegiertenversammlung der BOM zurück. Am 16. November 2016 wurde beschlossen, dass jeder Milchkäufer, der Mitglied der BO Milch ist, bis am 20. Tag des Monats seinem Verkäufer, beispielsweise dem Milchproduzenten, die Konditionen über Menge und Preis für den kommenden Monat mitteilen muss.

Damit erhofft sich die BOM eine Stärkung der Position der Milchverkäufer, mehr Transparenz und mehr Verbindlichkeit auf dem Milchmarkt. Die Milchverkäufer sollen so eine verbindliche Entscheidungsgrundlage für eine allfällige Anpassung der Produktion erhalten.

Um die Umsetzung flächendeckend sicherzustellen, gelangt die BOM an den Bundesrat. Das „Reglement für den Standardvertrag und die Modalitäten zum Erst- und Zweitmilchkauf und die Segmentierung“ gestützt auf Artikel 37 des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1), soll auf allen Stufen des Kaufes und des Verkaufes von Rohmilch allgemeinverbindlich erklärt werden. Das heisst, dass alle Käufer und Verkäufer von Milch, somit auch die Nichtmitglieder der BO Milch, das Reglement einhalten müssen.

Mit der Veröffentlichung sollen die Akteure im Milchsektor über das Begehren der BO Milch informiert werden. Interessierte können sich bis zum 20. März 2017 schriftlich dazu äussern. Anschliessend wird der Bundesrat entscheiden, ob und allenfalls wieweit er dem Begehren entsprechen wird.

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