19.12.2017 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Milch
Milch: Präzisierung beim LTO+-Preis
Der publizierte LTO+ Mindestpreis soll ausschliesslich für die Herstellung von Vollfettkäse gelten. Deshalb will der Vorstand der Branchenorganisation Milch eine Präzisierung beim bestehenden LTO+-Mindestpreis vornehmen. Die Kommission Käsereimilch der Schweizer Milchproduzenten ist der Auffassung, dass der LTO+ für jedes Kilogramm und für jedes einzelne Produkt strikte einzuhalten ist.

Im Schweizer Milchmarkt sind die Milchzulagen wie Siloverzichts- und Verkäsungszulage ein zentrales Element. Dadurch wird ein zentraler Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Käsewirtschaft geleistet. Zulagen werden heute grösstenteils unabhängig vom Fettgehalt eines Käses ausbezahlt. Dies führt gemäss der Kommission Käsereimilch der Schweizer Milchproduzenten zu unerwünschten Nebeneffekten führt. Der Vorstand der Branchenorganisation Milch will eine Präzisierung beim bestehenden LTO+ Mindestpreis vornehmen.

Kommt Abstufung der Verkäsungszulage

Wie einer Mitteilung der Schweizer Milchproduzenten zu entnehmen ist, bezieht sich der monatlich publizierte Wert auf die Herstellung von Vollfettkäse. Dies hat zur Folge, dass für die Herstellung von Käse in tieferen Fettgehaltsstufen ein höherer LTO+ Preis bezahlt werden muss. "Wichtig ist deshalb, dass erstens bei den Milchverkaufsverhandlungen schriftliche Transparenz über die Zahlen der Milchverwertung vereinbart wird und zweitens bei der Herstellung von Käse in tieferen Fettgehaltsstufen höhere Preise (LTO+++) ausgemacht werden", heben die SMP hervor.

Die Käsereimilchkommission der SMP stellt den Produzenten die notwenigen Verhandlungsgrundlagen zur Verfügung. Mittelfristig wird deshalb auch die Abstufung der Verkäsungszulage nach Fettgehaltsstufe beim Bund wieder ein Thema sein, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die von der SMP und Fromarte unterstützte Heumilch ist auf Kurs. Aktuell werden knapp 15 Mio. kg Milch zu Heumilchprodukten verarbeitet und vermarktet. Diese Entwicklung gehe weiter, heisst es.  

Forschungsprojekt

Martin Pidoux, Dozent und Vertreter an der HAFL (Hochschule für Agrar-, Forst-, und Lebensmittelwissenschaften), informierte die SMP-Kommission Käsereimilch in einem Zwischenbericht über die Erkenntnisse des Projektes "Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Wertschöpfungskette Milch". Das Kooperationsprojekt wird von der SMP, dem Schweizer Bauernverband (SBV) und der Junglandwirtenkommission (JULA) finanziert. Folgende Aspekte sind für den Erfolg eines «Milch-Projektes» basierend auf den Zwischenerkenntnissen entscheidend.

• die Motivation und die Zusammenarbeit der Führungspersonen (Unternehmensführung, Kommunikation, Kompetenzen etc.),

• die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette (Transparenz, Vertrauen, Regeln etc.),

• die Strategie des Unternehmens (Vision, Ziele) und

• das Potenzial für Produktedifferenzierungen.

Für einen besseren Milchpreis ist grundsätzlich eine höhere Wertschöpfung am Markt erforderlich.

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