Mittwoch, 25. November 2020
27.10.2020 15:57
Coronakrise

«Möglichst zu Hause bleiben»

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Von: sda

Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes, hat wiederholt auf die ernste epidemiologische Lage hingewiesen. Viele Kantone hätten zwar wirksame Massnahmen gefällt, die Gesellschaft verhalte sich aber nicht angemessen. «Bleiben Sie zu Hause, wann immer es möglich ist.»

Die Menschen handelten nicht wie Mitte März, als sie ihre Mobilität eingeschränkt hätten, sagte Ackermann am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Das Mobilitätsniveau sei viel höher als auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle.

Ackermann appellierte an die Bevölkerung: «Wir haben keine Zeit zu verlieren.» Es gebe keine Alternativen zu einschneidenden Massnahmen. Die Spitäler seien bereits am Anschlag. Gehe die Entwicklung weiter, könnten nicht mehr alle Menschen, die medizinische Hilfe brauchten, versorgt werden.

Die wissenschaftliche Taskforce gehe deshalb davon aus, dass der Bundesrat am Mittwoch weitere Massnahmen beschliessen werde. Das sei richtig so. «Wir müssen die Entwicklung stoppen und die Hälfte aller Neuinfektionen verhindern», sagte Ackermann. Auch ein Lockdown müsse eine Option sein.

Laut Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), ist die Zahl der Spitaleinweisungen auf dem Niveau von Mitte März. Damals ergriff der Bundesrat drastische Massnahmen zur Eindämmung des Virus.

«Die zweite Welle hält an, wir haben weiterhin ein exponentielles Wachstum, die Zahlen verdoppeln sich nach wie vor innert Wochenfrist», sagte Masserey am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Die Zahl der positiven Corona-Fälle übertreffe aktuell diejenige auf dem Höhepunkt der ersten Welle.

Aus der Perspektive der KOF-Prognose hat die Schweiz wegen Corona rund 40 Milliarden Franken an Einnahmen verloren. Dies sagte Jan-Egbert Sturm, Leiter der Expertengruppe Wirtschaft bei der National Covid-19 Science Task Force, am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

«Ohne Massnahmen würden wir noch schlimmer als jetzt ausländische Gäste wegtreiben», sagte Sturm. «Die heutige Unsicherheit, kreiert durch die Pandemie, ist für die Wirtschaft eindeutig Gift.» Man solle die Wirtschaft «nur soweit eindämmen, wie wir unsere physischen Kontakte einschränken», mit Schutzmassnehmen und Homeoffice. Das sei alles nicht ideal, aber besser als eine Welt, in der sich die Pandemie immer weiter ausweite.

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