23.06.2017 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Nicht mehr Mengen für Weinbauern
Weinbauern sollen Ausfälle durch Frostschäden nicht durch höhere Produktionsmengen in den folgenden Jahren ausgleichen dürfen. Der Bundesrat lehnt eine Motion mit dieser Forderung aus dem Nationalrat ab.

Philippe Nantermod (FDP/VS) hält die Höchstmengen pro Fläche an sich schon für diskutabel, wie er in der Begründung seines Vorstosses schreibt. Bei Naturkatastrophen wie dem Frost im April 2017 möchte er die Einschränkung aber lockern können. Die wegen der Ernteausfälle nicht ausgeschöpften Produktionsmengen sollen auf die Folgejahre übertragen werden können. Der Ausgleich soll auch durch zusätzliche Produktion auf nicht geschädigten Parzellen möglich sein.

Ruf bewahren

In seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme erinnert der Bundesrat dran, dass für Tafelwein keine Höchsterträge festgelegt werden. Die Obergrenzen für Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung und Landwein trügen dazu bei, den Ruf der Bezeichnung und der Produzenten zu wahren und zu stärken.

Weil die Ertragsgrenze pro Bewirtschafter oder Rebeigentümer festgelegt wird, ist ein Ausgleich zwischen einzelnen Parzellen bereits möglich, wie der Bundesrat schreibt. Auch die Bildung von Weinreserven im Rahmen der Produktionsregeln sei möglich, eine Flexibilisierung der Ertragsbeschränkungen sei also nicht nötig.

Staat will Beitrag an Prämien prüfen

Zur Annahme empfiehlt der Bundesrat hingegen eine Motion von Jacques Bourgeois (FDP/FR), der die Schätzung der jüngsten Frostschäden verlangt. Zudem soll der Bund zusammen mit den betroffenen Kantonen kurz- und mittelfristige Massnahmen erarbeiten.

Bourgeois möchte insbesondere klären lassen, ob der Staat einen Teil der Versicherungsprämien für die Absicherung gegen witterungsbedingte Risiken tragen könnte. In der Begründung seiner Motion regt er auch die Gewährung zinsloser Darlehen oder die Lockerung der gesetzlichen Rahmenbedingungen an. Darauf will der Bundesrat allerdings erst im Rahmen der Agrarpolitik für die Zeit nach 2022 eingehen.

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