1.03.2013 08:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmnn/Samuel Krähenbühl
Agrarpolitik
«Nicht wieder alles auf den Kopf stellen»
Die AP 2017 steht kurz vor Abschluss. Doch was kommt in vier Jahren? BLW-Vizedirektor Christian Hofer nimmt Stellung.

«Schweizer Bauer»: Die Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017) ist eine einschneidende Reform. Ist für die AP 2018–2021 ein ähnlich grosser Reformbedarf vorhanden?
Christian Hofer: Der Bundesrat muss alle vier Jahre die Zahlungsrahmen für die Landwirtschaft durch das Parlament bringen. Es hängt dabei stark davon ab, ob vom Parlament in Verbindung mit dem Zahlungsrahmen noch Vorstösse eingereicht werden. Für uns ist die Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems ein grösserer Schritt. Es geht in Zukunft darum, diesen zu konsolidieren. Wir wollten eine Systemänderung vorschlagen, die flexibel ist und mit Veränderungen im Umfeld umgehen kann.

Dieses System bleibt also für einen längeren Zeitraum?
Ja, das nun vom Parlament beschlossene System ist nachhaltig und flexibel. Es ist nicht die Idee des Bundesrates, das in vier Jahren wieder auf den Kopf zu stellen. Es geht von 2018–2021 höchstens darum, Lücken auszubessern. Dann gibt es einzelne Elemente, die angegangen werden müssen. Zu den Faktoren für die Standardarbeitskräfte (SAK) ist schon ein Vorstoss da, für den wir Rechenschaft ablegen müssen. Dann kommt es darauf an wie das Parlament entscheidet.

Welche Dinge muss man sonst noch angehen?
Die Frage ist, wie gross die Dynamik ist. 2014 tritt das neue System in Kraft. Für die Periode 2018–2021 muss der nächste Zahlungsrahmen festgelegt werden. Das neue System vorher zu evaluieren, wird anspruchsvoll. Im Prinzip muss man 2016 in etwa wissen, welche Entwicklungen es gab. Dann kann man schauen, ob man etwas korrigieren müsste. Im Moment sehe ich aber wirklich keine verbleibenden Baustellen mehr. Es wird sich auch zeigen, wie sich die Flächen entwickeln. Es wird häufig moniert, dass alles nur ökologisch sei und es keine Produktion mehr gebe. Das ist aber nicht die Idee. Wir haben Ziele festgelegt. Es sollen 65'000 Hektaren ökologische Ausgleichsflächen in der Talzone und im Hügelgebiet sein. Wenn das überschiesst, wenn also die Ausdehnung enorm gross sein sollte und zusätzlich Getreide importiert würde, dann haben wir die Möglichkeit, die Gewichtung zwischen den Instrumenten etwas anzupassen.

Aber auch 2018 wird man wohl noch nicht auf die Übergangsbeiträge verzichten können?
Wir gehen davon aus, dass der Mittelbedarf bei den leistungsbezogenen Direktzahlungen sukzessive zunehmen wird und die Übergangsbeiträge bis in rund acht Jahren vollständig in die anderen Direktzahlungen umgelagert sind.

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