19.10.2015 13:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Nationalrat
NR: 8 Prozent sind Bauern
Im neuen Nationalrat sind die Juristen noch besser vertreten als bisher. Gut jeder fünfte Nationalrat ist Jurist, wie eine Auswertung der Nachrichtenagentur sda zeigt. Auch die Bauern und die Wirtschaft sind unter der Bundeshauskuppel nach wie vor gut vertreten. Insgesamt 49 Neulinge werden frischen Wind in den Nationalrat bringen.

Rund ein Dutzend der neu in den Nationalrat gewählten sind Juristen, darunter etwa Hans-Ueli Vogt (SVP/ZH) und Sibel Arslan (BastA!/BS). Geht es nach Berufsgruppen, sind die Juristen mit über 40 Nationalräten und Nationalrätinnen am besten vertreten.

SVP: 10 Landwirte

Weiterhin gut im Nationalrat vertreten sind die Bauern, auch wenn ihre Zahl leicht gesunken ist: Rund 8 Prozent der Nationalräte sind Landwirte. Neu dazugestossen sind unter anderem die Landwirte Duri Campell (BDP/GR) und Marcel Dettling (SVP/SZ). Während die SVP rund zehn Landwirte stellt. Allerdings gibt es grosse kantonale Unterschiede: Während im Thurgau zwei von drei SVP-Nationalräten Bauern sind, ist in der 12-köpfigen Zürcher SVP-Delegation kein einziger Landwirt mehr. Der Bisherige Ernst Schibli wurde abgewählt, Max Binder war nicht mehr angetreten.

Bei den anderen Parteien nur vereinzelt Bauern zu finden. Bei der BDP wurde Duri Campell (GR) ins Parlament gewählt, bei der FDP Walter Müller (SG) und bei den Grünen Maya Graf (BL). Für die CVP haben Markus Ritter (SG) und Jakob Büchler (SG) die Wahl wiedergeschafft.

Der Bauernverband kann seine Positionen zudem auch in der kommenden Legislatur mit Direktor Jacques Bourgeois (FDP/FR) und Präsident Markus Ritter (CVP/SG) im Nationalrat direkt einbringen. Auch der Direktor des Obstverbands Bruno Pezzatti (FDP/ZG), sitzt weiterhin im Nationalrat.

Viele Wirtschaftsvertreter

Ihren Einfluss im Nationalrat halten konnten die Vertreter aus Wirtschaft und Gewerbe. Sie stellen mit rund 60 Nationalräten und Nationalrätinnen nach wie vor die stärkste Vertretung. In diese Kategorie gezählt werden nicht nur Unternehmer, sondern auch beispielsweise Treuhänder, Unternehmensberater oder Vermögensverwalter.

Leicht schlechter vertreten im Nationalrat sind künftig die Gewerkschafter, dies unter anderem durch die Abwahl von Max Chopard-Acklin (SP/AG). Allerdings handelt es sich bei all diesen Angaben nur um eine Momentaufnahme: Der Gewerkschafter Jean Christophe Schwaab (SP/VD) beispielsweise dürfte noch in den Nationalrat nachrücken, wenn Géraldine Savary die Wiederwahl in den Ständerat schafft.

Ein Viertel ist neu

146 sassen schon in der vergangenen Legislatur in der grossen Kammer, fünf kennen die Bundespolitik aus früheren Zeiten. Am meisten neue Nationalräte - insgesamt zwölf - schickt der Kanton Zürich nach Bern. Sechs davon gehören der SVP an, fünf der SP, wie eine Auswertung der Nachrichtenagentur sda zeigt. Damit zählt die Zürcher Delegation gut ein Drittel neue Bundespolitiker.

Im Kanton Wallis sind fünf von acht neu. Roberto Schmidt war 2007 schon einmal in den Nationalrat gewählt worden und gilt daher als Rückkehrer. Zu den Rückkehrern zählt auch Daniel Brélaz (Grüne/VD) und der Basler Christoph Eymann (LDP). In der Auswertung tauchen auch die beiden bisherigen Waadtländer Ständeräte Luc Recordon (Grüne) und Géraldine Savary (SP) auf, die dafür noch in den zweiten Wahlgang gehen müssen aber als Nationalräte gewählt wurden.

SVP schickt am meisten Neulinge nach Bern

Der Kanton Waadt schickt derzeit fünf neue Politikerinnen und Politiker nach Bern. Damit wird, Stand Montag, 28 Prozent der Waadtländer Delegation in Bern erneuert. Im Kanton Aargau sind vier von 16 Frischlinge in der nationalen Politik.

Die SVP stellt mit Abstand am meisten Neugewählte. Für fast 40 Prozent ihrer Delegation - nämlich 25 aus 65 - ist Bundesbern neues Terrain. Auch die Grünen durchmischen mit 5 neuen Politikerinnen und Politikern fast die Hälfte ihrer Abgeordneten. Die FDP verzeichnet 9 neue Gesichter, die CVP 4, die BDP eines und die SP 7. Die Grünliberalen schicken keine Neugewählten nach Bern.

Neuling-Anteil liegt im Durchschnitt

Mit einem Neuling-Anteil von einem Viertel liegen die diesjährigen Wahlen im Durchschnitt. 2011 waren es mit 30 Prozent leicht mehr als 2007 mit 26,5 Prozent.

Von 200 Nationalräten und Nationalrätinnen wollten 174 wiedergewählt werden. 146 haben es effektiv geschafft. Vor vier Jahren wollten es 162 Politiker nochmals wissen und 111 wurden wiedergewählt. Die hiesige Quote der Wiedergewählten ist mit rund 85 Prozent höher als vor vier Jahren.

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