25.02.2014 06:39
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Solothurn
«Nur als Einheit erfolgreich»
An der Delegiertenversammlung des Solothurnischen Bauernverbandes (SOBV) am Montag standen unter anderem die Agrarpolitik und die Initiative für Ernährungssicherheit im Fokus des Interesses.

SOBV-Präsident Andreas Vögtli rief die Anwesenden bei seiner Eröffnungsrede dazu auf, die "Initiative für Ernährungssicherheit" des Schweizer Bauernverbandes zu unterstützen. "Der Initiativtext ist klar formuliert und umsetzbar. Er ist im Sinne der Landwirtschaft und im Interesse des ganzen Landes", so Vögtli gemäss Redetext.

Konfrontationskurs mit den Verbänden

Der SOBV-Präsident kritisierte in seiner Rede aber auch, dass einige Persönlichkeiten aus der Landwirtschaft ständig auf Konfrontationskurs mit den Verbänden gehen würden. Damit nahm er Bezug auf die zunächst zwei angekündigten Initiativen zur Ernährungssicherheit, die später zusammengeführt worden sind, sowie der Uneinigkeit in der Landwirtschaft bei der Masseneinwanderungs-Initiative. "Ich hoffe, dass diese destruktiven Kräfte innerhalb des Verbandes den gesunden Menschenverstand walten lassen und bald zur Einsicht gelangen, dass wir als kleiner Berufsstand nur als Einheit die zukünftigen, grossen Herausforderungen meistern können", so Vögtli laut Redetext.

Bauernsekretär Peter Brügger erklärte in seinem agrarpolitischen Ausblick, dass die Schweizer Bauern heute grob gesehen drei Märkte haben, auf denen sie sich bewegen können. Den traditionellen Lebensmittelmarkt, den Markt für Spezialitäten und Dienstleistungen mit erhöhter Wertschöpfung sowie den Markt für öffentliche Güter, die vom Staat bezahlt werden.

"Eine grosse Herausforderung ist es nun, den richtigen Produktmix für seinen Betrieb zu finden", so Brügger. Diesen zu finden sei gerade am Anfang einer neuen Agrarpolitik wichtig. "Der richtige Produktmix liegt dort, wo der Bauer sich mit seinen Produkten identifiziert und damit ein gutes Betriebsergebnis erzielt", so Brügger.

Brügger kritisierte RPG-Revision

Brügger ging auch auf die Problematik des Kulturlandverlustes ein. Nach der Revision des Raumplanungsgesetzes bewege man sich zwar in einem Dschungel von Vorschriften, aber der bissige Tiger, der das Kulturland verteidigt, sei nirgends zu sehen, so der Bauernsekretär.

Brügger kritisierte insbesondere, dass die RPG-Revision drohe, zu einem Verwaltungsmoloch zu werden sowie die Weisungen des Bundesamtes für Umwelt zur Ausscheidung von Gewässerraum. Auf kantonaler Ebene ist Brügger das Abhumisieren von wertvollen Ackerflächen zur Schaffung von Biotopen ein Dorn im Auge. Bei aller Kritik gebe es aber festzuhalten, dass nach wie vor die Überbauung von Land der grösste Bodenfresser sei. Genau dort habe er ab Hoffnung, dass das revidierte Raumplanungsgesetz zumindest etwas bringe, so Brügger.

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