8.11.2017 08:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Genf
Obligatorische Schulzeit bis 18?
Der Kanton Genf will die obligatorische Schulzeit für Jugendliche bis 18 Jahre ausdehnen. Damit soll Schulabbrechern geholfen werden, wieder Tritt zu fassen. Im Kanton Genf sind jedes Jahr fast tausend Jugendliche betroffen.

Zwischen zehn und 15 Prozent der Jugendlichen würden im Kanton Genf ihre Ausbildung abbrechen, bevor sie ein Diplom erworben hätten, sagte Anne Emery-Torracinta (SP), Vorsteherin des Erziehungsdepartementes des Kantons Genf, am Dienstag an einer Medienkonferenz. Diese Zahlen sollten laut Emery-Torracinta zu denken geben.

Die Erziehungsdirektorin wies darauf hin, dass ein junger Mensch ohne Abschlusszeugnis ein vier Mal höheres Risiko hat, arbeitslos zu werden, als ein Jugendlicher mit einem Diplom. Mit den geplanten Zusatzangeboten gehe es darum, «die Maschen des Netzes enger zu machen», sagte die SP-Regierungsrätin.

Die obligatorische Ausbildung bis 18 Jahre sei keine Wunderlösung, sie stelle aber ein Mittel dar, um etwas gegen den Schulabbruch zu tun. Laut Emery-Torracinta sind die geplanten Massnahmen durch die Genfer Kantonsverfassung abgestützt und schweizweit einzigartig.

Länger Zeit für Berufswahl

Konkret will der Kanton Genf ab dem Schuljahr 2018 neue vorbereitende Kurse anbieten, wie etwa dreimonatige Praktika in verschiedenen Ausbildungszentren. Diese Angebote richten sich vor allem an Jugendliche, die sich noch unsicher sind, welchen Beruf sie erlernen wollen. Vorberufliche Klassen sollen zudem für diejenigen eröffnet werden, die ein konkretes Ziel haben, die Aufnahmetests aber nicht bestanden haben.

Das Erziehungsdepartement setzt auf Flexibilität und will auf verschiedenen Stufen ansetzen. So soll beispielsweise die Einschränkung aufgehoben werden, dass eine Übergangs- und Vorbereitungszeit auf ein Jahr beschränkt ist. Manchmal brauchten Jugendliche mehr Zeit, um ihre Berufswahl zu treffen, sagte Sylvain Rudaz, Verantwortlicher der Sekundarstufe II. Bis in drei Jahren soll die Zertifizierungsquote bei 95 Prozent liegen.

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