1.07.2020 15:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Bundesrat
öV-Maskenpflicht und Quarantäne bei Einreise
Ab nächstem Montag gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskenpflicht. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Er reagiert damit auf die steigenden Corona-Fallzahlen und die Forderung der Kantone.

Nach der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie seien wieder mehr Menschen mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Dabei könne der empfohlene Abstand oft nicht eingehalten werden.

Die Maskenpflicht gilt für Personen ab zwölf Jahren. Sie gilt in Zügen, Trams und Bussen, Bergbahnen, Seilbahnen und auf Schiffen. Bisher galt im öffentlichen Verkehr die dringende Empfehlung, zu Stosszeiten eine Maske zu tragen. Diese wurde aber wenig befolgt, wie der Bundesrat schreibt.

Masken schützen

Die ausserordentliche Lage sei seit zehn Tagen beendet, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien. Seit der Aufhebung der meisten Massnahmen seien wieder mehr Menschen mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Dabei könne der empfohlene Abstand oft nicht eingehalten werden. Deshalb habe der Bundesrat eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr beschlossen.

«Mit der Maskenpflicht schützen wir uns selber und unsere Mitmenschen», fuhr sie fort. Sie begründete die Maskenpflicht auch mit den seit Mitte Juni ansteigende Zahl der Neuansteckungen. Der Bundesrat komme auch einer Forderung der Kantone und der Verkehrsunternehmen entgegen, die sich eine einheitliche Regelung gewünscht hatten.

10 Tage Quarantäne 

Der Bundesrat will auch der erneuten Einschleppung des Virus aus dem Ausland Einhalt gebieten: Ab Montag muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, wer aus gewissen Gebieten in die Schweiz einreist. Das Bundesamt für Gesundheit führt eine entsprechende Liste, die regelmässig angepasst wird. «Mit diesen Massnahmen wollen wir eine ungebremste Ausbreitung des Virus verhindern», sagte Sommaruga.

Die betroffenen Personen müssen sich nach der Einreise bei den kantonalen Behörden melden. Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Bundesrat Alain Berset nannte Schweden und Serbien als mögliche Länder, für welche die neue Regelung gelten wird.

Erreichtes bewahren

Der Gesundheitsminister appelliert an die Bevölkerung, jetzt bei den Präventionsmassnahmen nicht nachzulassen. «Wir wissen, was uns sehr stark geholfen hat: Es muss so weitergehen: Abstand halten, Hygienemassnahmen, kein Händeschütteln», hob er hervor. «Ziel ist es, zusammen mit den Kantonen eine zweite Welle zu verhindern», sagte Berset. Es gelte, das Erreichte zu bewahren. 

Vor dem Hintergrund zahlreicher Ansteckungen in Bars und Clubs nahm Bundespräsidentin Sommaruga auch die Kantone in die Pflicht. Diese müssten handeln, wenn Betreiber gegen die Vorschriften verstiessen, sagte sie.

 

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