17.07.2017 12:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Offene Märkte: Chance oder Untergang?
Die Landwirtschaft muss sich gemäss Agrarminister Johann Schneider-Ammann auf offene Märkte und weniger Direktzahlungen vorbereiten. Betriebe sollen grösser werden, zudem soll Bauern sich auf ausländische Märkte ausrichten. Bietet eine Grenzöffnung der Landwirtschaft neue Perspektiven? Oder ist es deren «Untergang»? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Das Interview von Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit der «Neuen Zürcher Zeitung» von Samstag vor einer Woche hatte es in sich. Die Schweizer Landwirtschaft müsse sich dem internationalen Umfeld anpassen. Jeder zweite Franken werde im Ausland verdient. Mit diesem Geld würden teilweise auch die Direktzahlungen finanziert. Auf schweizerbauer.ch hat das Interview zu einer engagierten Diskussion geführt.

Schneider-Ammann auf Tour

Schneider-Ammann will den Schweizer Unternehmen mit Freihandelsabkommen den Zugang zu ausländischen Märkten erleichtern. Der Wirtschaftsminister war in den vergangenen Tagen in dieser Angelegenheit in Russland, Indonesien und Saudi-Arabien unterwegs.

«Die Bauern wissen, dass wir die Rahmenbedingungen für unsere Volkswirtschaft weiter verbessern müssen. Wir schaffen damit auch für sie zusätzliche Marktchancen», sagte der Schneider-Ammann der NZZ. Es sieht beispielsweise Absatzchancen in Schanghai oder Hong Kong.

Weniger Grenzschutz

«Der Schritt Richtung offene Märkte tut der Landwirtschaft zwar weh, aber er bedroht nicht ihre Existenz per se», fuhr er fort. Der nächste Schritt Richtung offenere Märkte sei die Abstimmung am 24. September über den Gegenentwurf zur Ernährungssicherheits-Initiative.

Nicht nur auf offenen Märkte muss sich also die Schweizer Landwirtschaft gemäss dem Agrarminister vorbereiten, sondern auch auf weniger Direktzahlungen. Mit der jetzigen Agrarpolitik werde eine «überfällige Korrektur gemacht». Die Mittel würden auf die verfassungsrechtliche Zielsetzung ausgerichtet. Der Grenzschutz werde gesenkt. Sei die Umbauphase vorbei, benötige es weniger Mittel.

Grössere Betriebe

Wenn man den Bauern helfe, Kosten zu senken, benötigten sie auch weniger Direktzahlungen. Schneider-Ammann dürfte hier wohl die Vorleistungen im Auge haben. Potenzial sieht er auch in grösseren Betrieben. Die Zahl der 54‘000 Betriebe soll laut dem Plan des Agrarministers weiter sinken. Bei Generationenwechseln sollen Betriebe zusammengelegt werden. So benötige es beispielsweise weniger Maschinen. «Man muss Synergien schaffen», so Schneider-Ammann.

Man stelle die Bauern nicht unter Heimatschutz. «Wir wollen die Landwirte zu Unternehmern machen. Sie müssen mehr und mehr eigene Leistungen zu Marktpreisen absetzen können», stellt der Agrarminister klar. Dazu bräuchten die Landwirte nun Zuverlässigkeit, Kontinuität und genügend Zeit. 

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