23.12.2017 19:14
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Aargau
Praktikumsbetriebe gesucht
Bei der Integrationsvorlehre (Invol) handelt es sich um ein Pilot-Projekt des Bundesrates. Es bezweckt die schnelle und nachhaltige Erwerbs-Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen. Im Aargau können voraussichtlich während den nächsten vier Jahren rund 70 Personen pro Jahr eine Vorlehre antreten.

Vier Berufsfelder bieten die Invol an, eines davon ist die Landwirtschaft. Der Bauernverband Aargau (BVA) hat sich zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg entschlossen, bei diesem Pilotprojekt mitzuwirken. Die zukünftigen Teilnehmer werden während eines Jahres in einer Vorlehre auf eine eigentliche Lehre vorbereitet.

Für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen

Dies geschehe in Theorieblöcken auf der Liebegg und in Praktikumsblöcken auf Aargauer Landwirtschaftsbetrieben, heisst es in einer Medienmitteilung. Während dieses Jahres sollen die Sprachkompetenzen, welche von Beginn an auf hohem Niveau sein müssen, und die Selbst- und Sachkompetenz gefördert werden.

Dieses Programm ist für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen offen. Trotz der hohen Unsicherheit bezüglich der Akzeptanz von Seiten der Landwirtschaftsbetriebe, aber auch von Seiten der möglichen Teilnehmer, erachten es die verantwortlichen Personen als vertretbar, in dieses Programm einzusteigen.

Der Verlauf bei der Suche von Praktikumsbetrieben und die Anzahl Teilnehmer, die in der Landwirtschaft tätig sein wollen, wird schlussendlich das Zustandekommen des Projekts im Aargau bestimmen. Ziel ist es, dass die Absolventen dieser Vorlehre anschliessend eine reguläre Lehre auf Stufe EBA, oder sogar EFZ absolvieren können. Der Start des Programms wurde auf den Beginn des Schuljahres 2018/19 festgelegt.

Strenge Kriterien bei der Auswahl

Für eine Teilnahme werden für die Absolventen hohe Anforderungen bezüglich Motivation, Eignung und Sprachkenntnisse gestellt. Nur diejenigen Teilnehmer, die bei der Potenzialabklärung am besten abschneiden, sollen die Möglichkeit haben, die Invol zu absolvieren. In relativ aufwändigem Verfahren werden die richtigen Personen ausgesucht, diese können dann entscheiden in welches Berufsfeld sie einsteigen möchten. Nebst der Landwirtschaft bestehen Möglichkeiten in der Gärtner- , Gastro- und Logistikbranche.

Jedes Berufsfeld schliesst mit dem Departement Bildung, Kultur und Sport einen Leistungsvertrag ab, der die Eckpunkte dieses Projekts regelt. Eine Klasse soll mindestens 12 Teilnehmer aufweisen. Ist dies nicht möglich, muss mit einem anderen Berufsfeld zusammen unterrichtet werden. Während des Jahres werden die Teilnehmer sowohl die Landwirtschaftliche Schule Liebegg besuchen wie auch auf ihren Praktikumsbetrieben die praktischen Fähigkeiten verbessern. Die verschiedenen Kompetenzen sollen so gefördert werden, dass eine Lehre auf Stufe EBA möglich wird.

Andere Spielregeln als in der Lehre

Das Berufsfeld Landwirtschaft hat sich entschieden, im Kanton Aargau die Regeln für die Invol so auszugestalten, dass sie von allen Beteiligten auch umgesetzt werden kann. So werden die Invol-Teilnehmer nicht auf den Landwirtschaftsbetrieben wohnen, sondern am Morgen um 7 Uhr auf dem Hof mit der Arbeit beginnen und um 16.30 Uhr wieder den Rückweg in ihre Unterkunft antreten.

Somit werden sie auf dem Praktikumsbetrieb lediglich die Zwischenmahlzeiten und das Mittagessen einnehmen. Die Arbeitswoche beträgt wie auch in den anderen angebotenen Berufen 5 Tage, also von Montag bis Freitag. Schulische und praktische Sequenzen werden sich im Verhältnis zwei Tage Schule zu drei Tagen Arbeit auf dem Betrieb abwechseln.

Der Lohn für die Invol-Teilnehmer darf monatlich maximal Fr. 360.- betragen, wobei das auf dem Ausbildungsbetrieb eingenommene Mittagessen mit Fr. 10.- abgerechnet wird . Das Ferienguthaben pro Jahr beträgt vier, maximal fünf Wochen. Die Verantwortlichen sind sich im Klaren, dass dieses Modell von der angestrebten Lehre stark abweicht. Ziel soll es aber sein, das grosse Hemmnis „Wohnen auf dem Betrieb“ zu umgehen und somit in einem ersten Schritt mit den anderen Berufsfeldern gleichzuziehen.

Nicht zwingend Lehrbetriebe

Der BVA sucht geeignete Praktikumsbetriebe – es müssen nicht zwingend Lehrbetriebe sein - , die gewillt sind, bei diesem Projekt mitzumachen. 

Interessierte Betriebsleiterfamilien melden sich bei Fredi Siegrist, BVA, oder bei Reto Spörri, Landw. Zentrum Liebegg. Der BVA strebt 20 mögliche Ausbildungsplätze an, ein Betrieb kann dabei auch mehrere Invol-Teilnehmer beschäftigen. Wichtig wäre auch eine gute Verteilung über den Kanton, damit die Anfahrtswege für die teilnehmenden Personen nicht zu lange sind. Meldeschluss ist der 15. Januar 2018.

Fredi Siegrist, im Roos 5, 5630 Muri fredi.siegrist@bvaargau.ch Telefon  056 460 50 52, Mobile 079 459 48 21; Reto Spörri, Landw. Zentrum Liebegg, 5722 Gränichen reto.spoerri@ag.ch Telefon 062 855 86 28

 

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