9.01.2015 13:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Organisationen
Pro Natura attackiert SBV
Auch die Umweltschützer haben festgestellt, dass der Schweizer Bauernverband (SBV) neue Schlagkraft erlangt hat. Deshalb kritisiert Pro Natura in ihrem Magazin nicht nur die «Volksinitiative für Ernährungssicherheit».

Sie greift den SBV in einem regelrechten Rundumschlag auch direkt an. Ein Professor für Staats- und Verwaltungsrecht kritisiert, dass in 14 Deutschschweizer Kantonen die kantonalen Landwirtschaftsämter die SBV-Mitgliederbeiträge mit dem schriftlichen Einverständnis der Bauern von den Direktzahlungen abziehen und an die kantonalen Bauernverbände schicken. Dafür bräuchte es eine rechtliche Grundlage.

Dann zählt Pro Natura auf, dass 2,2 Mio. Fr. vom Staat direkt in die SBV-Kasse fliessen, dies unter der Rubrik «Absatzförderung und Basiskommunikation». Selbstverständlich werde auch Agristat, der hauseigene Statistikdienst des Bundes, mit 100'000 Fr. aus der Bundeskasse alimentiert. Über die Proviande «subventioniere» der Bund auch die Fleischwerbung mit 6,1 Mio. Fr. Auch der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID), «dieses PR-Instrument der Bauernlobby», erhalte vom Bund 420'000 Fr., was einem Fünftel des LID-Jahresbudgets entspreche.

Pro Natura zitiert den ehemaligen Landwirt Jörg Will aus Bannwil BE: Die Bauern seien «träge geworden», weil sie der Agro-Industrie und den Verbänden «völlig ausgeliefert» seien. Bäuerin Wendy Peter aus dem Kanton Luzern kritisiert gleichzeitige Abzüge für zu wenig Fett und für die Lactofama. Fazit von Pro Natura: «Profiteure dieser Milchpolitik sind die Milchverarbeiter und die Bauernlobby.»

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