Sonntag, 11. April 2021
19.05.2018 16:40
Basel-Stadt

Protest gegen Agrokonzerne

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Über 2000 Personen sind am Samstag in Basel für eine ökologischere und sozialere Landwirtschaft und gegen Agrochemiekonzerne auf die Strasse gegangen. Dass die Behörden die Innerstadt-Demoroute nicht mehr bewilligten, hatte im Vorfeld zu reden gegeben.

Im Rahmen der weltweiten Bewegung «March against Monsanto» forderten die Protestierenden einen Richtungswechsel in der Landwirtschaft und prangerten eine «zerstörerische Macht» der Agrokonzerne an. Unter anderem kritisierten sie giftige Pestizide, Gentechnik, Saatgut-Patente und die Profitlogik in der Nahrungsmittelproduktion.

Dazu kamen lokale Forderungen wie etwa die Finanzierung eines agrarökologischen Instituts an der Basler Universität sowie ein Ende von Sponsoring- und anderen Partnerschaften des Stadtkantons mit Syngenta. Ein offener Brief an die baselstädtische Regierung mit diesen Anliegen wurde zur Demo publiziert.

In Basel ist der Hauptsitz von Syngenta, einem der weltweit grössten Pestizidproduzenten – dieser Ableger der früheren Basler Chemie ist inzwischen in chinesischen Händen. In der Nachbargemeinde Muttenz BL habe zudem der deutsche Multi Bayer einen Produktionsstandort.

Mehr Teilnehmer als letztes Jahr

In Basel fand die bewilligte Demonstration zum vierten Mal statt; getragen wurde sie heuer von rund 60 Organisationen und Parteien. Auch Kleinkinder und Rentner liefen mit. Vertreten waren auch brasilianische Landlose. Die Protestierenden zogen friedlich vom Barfüsserplatz via Wettsteinplatz vor den Hauptsitz von Syngenta beim Badischen Bahnhof.

Beantragt war eine Demo-Route wie üblich durch die Innerstadt und über die Mittlere Brücke. Zweimal war dies zuvor bewilligt worden, 2017 wegen einer Grossbaustelle nicht. Diesmal verweigerten die Behörden auch ohne Baustelle die Innerstadt-Route, was linke Proteste auslöste und selbst das Kantonsparlament beschäftigte – ergebnislos. An der Demonstration kündigten Organisatoren an, nachträglich rechtlich dagegen vorzugehen.

Die Diskussionen um die Meinungsäusserungsfreiheit haben den Aufmarsch zur Demo allerdings nicht gebremst, sondern anscheinend eher vergrössert – im Vorjahr hatten rund 1500 Personen teilgenommen. Zeitweise hielt die Polizei den Verkehr an, damit der Demozug gefahrlos passieren konnte. Mehrere Tram- und Buslinien wurden vorübergehend umgeleitet.

Parallel zur Basler Demo fand am Samstag auch in Morges VD ein «Marche contre Monsanto» statt. Dahinter stand Greenpeace, unterstützt von Umweltschutz- und Entwicklungshilfe-Organisationen.

Mehr zum Thema
Agrarpolitik

Vier Nationalrätinnen und Nationalräte der FDP und der GLP setzen sich aktiv für die Trinkwasserinitiative ein, die in ihren Augen besseres Trinkwasser garantieren soll. - com77380 Nach Ansicht eines liberalen…

Agrarpolitik

Landdiensteinsätze sind für Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren offen und können in allen Landesteilen absolviert werden. - zvg Agriviva feiert dieses Jahr das 75-Jahr-Jubiläum. Seit 1946 packen jedes Jahr…

Agrarpolitik

Am 29./30. Oktober werden im Nationalratssaal ausschliesslich Frauen Platz nehmen.  - Parlamentsdienste, Peter Mosimann Ende Oktober findet in Bern die zweite Frauensession statt. Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) ist…

Agrarpolitik

SVP-NR WErner Salzmann an der TAgung von Pro Agricultura sEeland - Daniel Salzmann Bei der SVP Kanton Bern steht eine Stabsübergabe bevor.  Präsident der SVP Kanton Bern, Ständerat Werner Salzmann,…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE