31.03.2016 13:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierwohl
Raus soll das Weiden belohnen
Mutterkuh Schweiz, Bio Suisse und IP-Suisse fordern höhere GMF-Beiträge. Bei Raus soll es mehr Geld und eine Zusatzprämie für die Weidehaltung geben. Diese Anliegen stossen bei anderen Verbänden auf offene Ohren. Mit Umfrage

Heute gibt es für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) 200 Franken pro Hektare Futterfläche. «Das ist deutlich zu wenig, um die Bauern zur Teilnahme zu motivieren», findet Urs Vogt, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz. «Wir verlangen, dass der GMF-Beitrag auf 400 Franken verdoppelt wird.»

Weiden ist aufwendig

Mutterkuh Schweiz hat mit Bio Suisse und IP-Suisse deshalb einen Antrag beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eingereicht. Darin verlangt die breite Koalition nicht nur mehr Geld für GMF, sondern auch den Ausbau und eine zusätzliche Splittung des Raus-Beitrags.

«Weiden ist aufwendig. Bauern, die ihre Tiere effektiv mit Weidegras füttern, sollen höhere Raus-Beiträge erhalten als jene, die die Kühe nur zur Bewegungstherapie auf die Wiese lassen», erläutert Vogt. Die genaue Ausgestaltung der Raus-Beiträge sei noch offen. «Wir sind uns aber einig, dass es zusätzlich zum Grundbeitrag eine deutliche Erhöhung für weidende Tiere braucht.»

BLW will Antrag überprüfen

Laut Victor Kessler vom BLW wird der Antrag für ein zweistufiges Raus-Programm bei der laufenden Überarbeitung der Tierwohlbestimmungen geprüft. «Allfällige Anpassungen werden mit dem Verordnungspaket 2017 im nächsten Januar in die Anhörung geschickt.»

Auch das GMF-Programm werde im Moment evaluiert, bis Ende Jahr sollten erste Ergebnisse vorliegen. Allerdings, so Kessler, wird die Höhe der Beiträge weder bei Raus noch bei GMF thematisiert. «Ob die Bauern für die Teilnahme an den Programmen mehr Geld erhalten und woher dieses kommen soll, entscheidet der Bundesrat.»

Vom Grasland- zum Raufutterprogramm

Bauernverband (SBV), Milchproduzenten (SMP) und Tierschutz (STS) unterstützen die Forderungen mehrheitlich. Hansuli Huber vom STS begrüsst eine Differenzierung der Raus-Beiträge bei Rindern – ebenso wie deren Erhöhung: «Die Beteiligung bei Raus stagniert. Die Anreizhöhe ist oft zu gering, um umzustellen.» 

Reto Burkhardt von den SMP beteuert: «Wir verlangen schon lang, dass Ökobeiträge umgelagert werden in nachhaltige Tierwohlprogramme wie Raus.» Bei GMF sei zwingend nicht nur der Beitrag anzupassen: «GMF muss vom Grasland- zum Raufutterprogramm werden und die unlimitierte Fütterung von Grünmais erlauben.» Der Schweizer Bauernverband befürwortet die Erhöhung und Splittung des Raus-Beitrags ebenfalls. «Bei GMF arbeiten wir auf eine Vereinfachung des Programms hin», ergänzt Martin Rufer vom SBV.

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