22.02.2017 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Ständerat
Regeln für «GVO frei» lockern
Gentechfreie Lebensmittel aus der Schweiz sollen bei der Kennzeichnung nicht mehr benachteiligt werden. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates beantragt ohne Gegenstimme, eine Motion aus den Nationalrat mit diesem Anliegen anzunehmen.

Diese fordert, dass Lebensmittel ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in der Schweiz auf ähnliche Weise wie in den Nachbarländern gekennzeichnet werden können. Heute ist die Kennzeichnung «ohne GVO» nur unter vergleichsweise strengen Auflagen möglich. Nach Ansicht der Kommission ist das ein Wettbewerbsnachteil für die Schweizer Landwirtschaft, wie es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste vom Dienstag heisst. Der Bundesrat hatte sich grundsätzlich einverstanden erklärt, die Regeln zu lockern.

Die Motion stammt von Bauernverbandsdirektor Jacques Bourgeois (FDP/FR). Er kritisiert, dass in der Schweiz beispielsweise Lebensmittel tierischer Herkunft wegen Futtermittelzusätzen nicht als gentechfrei deklariert werden dürften, obwohl die Tiere mit gentechfreiem Soja gefüttert würden. Umgekehrt müsse bei ausländischen Produkten nicht deklariert werden, dass Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet worden sei. Damit fehle auch die Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten.

Bauernverband erfreut

Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst den Entscheid der Kommission. So würden die Konsumenten bald mehr Transparenz haben, ob GVO-freie Lebensmittel auf ihren Tellern landen oder nicht, schreibt der SBV am Dienstagabend in einem Communiqué. Schweizer Bauern verzichten auf den Einsatz von Gentechnik, wie dies in keinem anderen Land der Fall ist, heisst es weiter. Die Landwirte kultivieren keine gentechnisch veränderten Pflanzen und füttern ihre Nutztiere mit GVO-freien Futtermitteln. Dies verursacht beträchtliche Mehrkosten. Allein für GVO-freie Soja betragen diese gemäss Verband 35 Millionen Franken jährlich. 

Der Verzicht auf die Gentechnologie darf nicht ausgelobt werden und die Verwendung von Gentech-Futter muss nicht deklariert werden. "Da es sich um eine Benachteiligung der einheimischen Landwirtschaft auf dem Markt handelt, setzt sich der Schweizer Bauernverband seit Jahren dafür ein, eine entsprechende Deklaration ebenfalls zu ermöglichen", hält der SBV fest.

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