Samstag, 31. Juli 2021
10.09.2019 06:17
Wallis

Rhonekorrektion: Milliarden-Kredit bewilligt

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Der Nationalrat hat am Montag über eine Milliarde Franken für die zweite Etappe der 3. Rhonekorrektion bewilligt. Es handelt sich um das grösste Hochwasserschutzprojekt der Schweiz mit einem Umfang von insgesamt 3,6 Milliarden Franken.

Die dringlichsten Massnahmen waren in der ersten Etappe 2009-2019 angepackt worden. Die zweite Etappe erstreckt sich über 20 Jahre von 2020-2039 und hat ein finanzielles Volumen von 1,642 Milliarden Franken. Bauherren sind die Kantone Waadt und Wallis, der Bund steuert aber 1,022 Milliarden Franken bei. Der Nationalrat hat den Gesamtkredit ohne Gegenstimme gutgeheissen. Die anschliessende dritte Etappe dürfte einen vergleichbaren Umfang haben.

Die 3. Rhonekorrektion erstreckt sich auf einer Länge von 162 Kilometern Flusslauf, von der Quelle bis zur Mündung in den Genfersee. Geschützt werden über 12’400 Hektaren Land und gut 100’000 Menschen. Nach Angaben des Bundesrats werden damit mögliche Hochwasserschäden im Umfang von geschätzten 10 Milliarden Franken verhindert.

Widerstand der Bauern

Daneben handelt es sich um ein es sich um ein Projekt zur Verbesserung der Umweltqualität. Unter anderem sollen im Zuge der 3. Rhonekorrektion die Wasserqualität erhalten und die Wasser- und Uferlebensräume geschützt und entwickelt werden. Weil dabei beträchtliche Flächen Kulturlandes verloren gehen und die Landwirtschaft auch anderweitig betroffen ist, hat der Bundesrat Ausgleichs- und Begleitmassnahmen vorgeschlagen. Dazu gehören etwa Strukturverbesserungen, Lösungen für existenziell bedrohte Betriebe oder Landumlegungen. Die Kosten belaufen sich auf 150 Millionen Franken.

Im Wallis hatten die Bauernverbände und die SVP das Projekt wegen der Folgen für die Landwirtschaft bekämpft. Auch im Nationalrat meldete SVP-Sprecher Pierre-André Page (FR) Bedenken an. Mit kleineren Beträgen hätten auch die Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Grenzen gehalten werden können, sagte er. Die SVP-Fraktion unterstützte das Hochwasserprojekt trotzdem.

Immer wieder Hochwasser

Der vom Nationalrat bewilligte Gesamtkredit ist in insgesamt sieben Verpflichtungskredite unterteilt. Der erste davon, der die Periode 2020-2025 betrifft, ist mit dem Beschluss bereits freigegeben worden. Er dient für allgemeine Untersuchungen, Vorfinanzierungen oder prioritäre Massnahmen in Visp und hat einen Umfang von 85 Millionen Franken. Die weiteren Kredite werden durch den Bundesrat genehmigt.

Seit Jahrhunderten versuchen die Kantone Waadt und Wallis, die Rhone zu zähmen. Eine erste Rhonekorrektion wurde Ende des 19. Jahrhunderts gemacht. Viele der bestehenden Schutzbauten an der Rhone sind daher schon sehr alt. Eine zweite Rhonekorrektion, die 1960 abgeschlossen wurde, sollte den Überschwemmungen in der Rhoneebene ein Ende bereiten. Die Hochwasser von 1987, 1993 und 2000 zeigten jedoch die Grenzen der Schutzbauten auf. Die Vorlage geht nun an den Ständerat. Der Kredit untersteht nicht dem Referendum.

Mehr zum Thema
Agrarpolitik

Uniterre reagiert auf den Nationalratsentscheid, ab 2022 an einem Schleppschlauchobligatorium festzuhalten. - lid Die Bauernorganisation Uniterre fordert eine Studie zu den Konsequenzen eines Schleppschlauchobligatoriums. Bis zur Publikation der Resultate soll…

Agrarpolitik

Magdalena Martullo-Blocher leitet den Konzern Ems Chemie und sitzt für die SVP im Nationalrat. - Ems Chemie Der Schweiz droht laut SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher eine Stromlücke. Aus diesem Grunde müssten…

Agrarpolitik

Daniel Salzmann Die zweite Hornkuh-Initiative heisst neu «Für gentechfreie Viehzucht (Naturkuh-Initiative)». Deren Text ist von der Bundeskanzlei genehmigt worden. Unterschriften werden aber vorerst nicht gesammelt. Die Initiative betrifft Kühe und…

Agrarpolitik

Die Anbindehaltung muss als tierfreundliche Haltungsform weiterhin anerkannt bleiben, fordert die IG Anbindestall. - Olivier RuprechtKonrad Klötzli ist Präsident der IG Anbindestall - zvg Die Interessengemeinschaft Anbindestall (IG Anbindestall) wendet…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE